Mittwoch, 9. april 2008

62

Falter sind mehr

wert als jeder Schalter

bringen das Licht

um Vieles wärmer

in unsere

unterkühlten

Herzen

hinein

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Tier-, Natur- und Umweltschutz
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Dienstag, 8. april 2008
61

"Hallo, Sie. Was machen Sie denn da?", will der Forstbeamte vom Wanderer wissen.
Überrascht fährt er aus der Hocke hoch: "Ich?!"
"Ja, Sie!"
"Das sehen Sie doch."
"Was sehe ich?"
"Das weiß ich auch nicht, was Sie sehen, Herr Förster."
"Werden Sie nicht unverschämt."
"Ich und schämen. Nicht doch, Herr Förster."
"Zeigen Sie mal, was Sie in Ihrem Sack haben."
"Das geht Sie nichts an."
"Und ob das mich was angeht... Zeigen Sie her."
"Nein!"
"Doch!"
"Neeeiiin!"
"Dann rufe ich die Polizei."
"Tun Sie das."
"Machen Sie keine Schwierigkeiten. Also?"
"Wenn Sie unbedingt darauf bestehen, Herr Förster."

Der Wanderer schnürt seinen großen Plastiksack auf. Der Förster schaut skeptisch hinein und verzieht sein Gesicht.

"Na, Herr Förster, mehr davon. Wollen Sie noch immer die Polizei rufen?"
 
von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Naturtipps
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Dienstag, 8. april 2008

60

Schlange stehen

Also ich weiß zwar nicht wie es ihnen innerlich so ergeht, wenn sie mal wieder in einer der vielen Schlagen anstehen wie einst die Ossis beim Konsum für die berühmt berüchtigten Bananen. Kürzlich, d.h. heute, sind mir Dinge passiert, die werden sie nicht glauben wollen.

Alles fing damit an, daß es heute morgen noch dunkel war, als ich das Haus verließ. Vor dem Wochenende war das noch anders, aber irgendwelche superschlauen und hochbezahlten Freaks haben ja bekanntlich vor Jahren die Sommerzeit eingeführt. Heute morgen ist mal wieder der erste Arbeitstag danach gewesen. "Entschuldigen Sie, darf ich mal durch?" "Ja, natürlich." "Danke." Muß die sich jetzt hier durchzwängen, blöde Kuh. Also, ich war noch nicht ganz wach als ich ins Auto stieg, um zur Arbeit zu fahren. Aber es reichte, irgendwie doch den gewohnten Weg zu finden. So fuhr ich denn ... "Verzeihung!" Herje, noch so eine. Was gehen die Leute in den Supermarkt, wenn sie doch nichts einkaufen? So bescheuert möchte ich auch mal sein. Wo war ... ach ja, so fuhr ich also denn die Hauptstraße entlang und hörte ein bißchen Musik, kratzte mich kurz am Kopf, weil die frisch gewaschenen Haare irgendwie fürchterlich juckten als plötzlich im Rückspiegel ein Polizeitransporter mit hohem Tempo auf mich zugerast kam. Ehrlich gesagt, ich dachte mir nichts dabei. Schließlich war ich weder zu langsam noch zu schnell gefahren, angeschnallt war ich auch, getrunken hatte ich nichts. Also, das konnte nicht mir gelten. Vor einer roten Ampel mußte ich halten. Der Transporter mit zwei jungen Polizisten drinnen auch.

Plötzlich hält der Beifahrer seine Kelle raus. Ich hielt das eher für einen Irrtum oder war an meinem Wagen womöglich irgendetwas kaputt? So kurbelte ich das Fenster runter und sprach mit dem jungen Beamten. Ich solle doch mal bitteschön rechts ranfahren. Mein Hinweis, daß ich auf dem Weg zur Arbeit bin, ließ er nicht gelten. Also fuhr ich rechts ran, nachdem die Ampel auf Grün gesprungen war... Warum geht das hier eigentlich nicht weiter. "Darf ich mal!" Schon wieder einer, der ohne Einkauf durch die Kasse will. Was ist denn mit den Leuten los heute? ... Nun ja, ich fuhr rechts ran. Es blieb mir ja auch nichts anderes übrig. Der Transporter setzte sich hinter meinen Wagen. Es dauerte eine Weile bis die beiden Beamten ausstiegen und auf mich zukamen. Der Fahrer kam zu mir ans Fenster, der andere stellte sich in den toten Winkel. Wie alt mochte der Beamte sein, der mich ansprach. 23? Sah ja ganz passabel aus. Führerschein und Fahrzeugpapiere wolle er sehen. Meine Frage, was denn los sei, ignorierte er. Minuspunkt. Er ging zum Auto zurück und überprüfte wohl meine Dokumente. Das dauerte wieder eine Weile. Es schien eine halbe Stunde vergangen zu sein, bevor er wieder vor der Fahrertür stand. Wortlos gab er mir meine Dokumente zurück. Noch einen Minuspunkt. Aber er verabschiedete sich nicht, sondern er wartete ab. Worauf wartete er nur? Es war noch dunkel, immer noch kalt und überhaupt wurde mir die ganze Situation langsam unheimlich. Außerdem geriet ich allmählich in Zeitdruck. A propos Zeitdruck! "Geht das hier vielleicht mal irgendwann weiter? Warum besetzt denn niemand die andere Kasse?" Mögen Sie mir vielleicht mal verraten, warum Sie mich angehalten haben, sagte ich ihm. Er antwortete nicht. Der Kerl hatte die Ruhe weg. Weiderte er sich vielleicht an meiner aufkommenden Furcht? Endlich rückte er mit der Sprache raus. Er hätte mich beim Telefonieren beobachtet! Äh, beim Telefonieren? Wie das? Ich glaubte an einen Scherz und wollte schon loslachen, denn ich besitze kein Mobiltelefon und mein Wagen ist auch mit keinem Autotelefon ausgestattet. Aber sein Gesichtsausdruck verriet keinen Spaß. Zwei Minuspunkte mehr. Zwei Sterne und schon so borniert. Armer Kerl. Wirst es weit bringen. Also erwiderte ich, daß das nicht möglich sein könne, denn ich besitze gar kein mobiles Telefon, mit dem ich jetzt hätte telefonieren können. Doch er blieb standhaft. Ich bot ihm an, mein Auto, meine Taschen etc. zu durchsuchen. Er würde nichts finden. War ich eigentlich völlig plem-plem? Hallo Fräulein, schon mal was von Grundrechten gehört. 

Doch er beharrte auf seine Behauptung. Jetzt war ich hellwach. So fragte ich ihn, wie er denn so sicher sein kann bei den Lichtverhältnissen, dem sichtbehindernden Autoverkehr, dem sehr kurzen Moment von einem Bruchteil einer Sekunde. Ungerühert füllte er unterdessen einen Zettel aus. Allmählich stieg blanke Wut in mir hoch und legte sich auf meine Stimme. Dieser verdammte Schnösel. Was fällt diesem arroganten Pickelgesicht ein? Ich behielt es für mich, mußte aber alles tief schlucken. Dann wäre ja alles gut. Er übergab mir den Zettel mit dem Hinweis, dagegen könne ich ja Widerspruch einlegen und als Begründung alles das anführen, was ich gerade vorgebracht hätte. Arschloch! Als wenn er nicht wüßte, daß bei Aussage gegen Aussage ... "Können Sie mich 'mal durchlassen?" Nein, du Trottel. "Ja, natürlich." Das ist jetzt der vierte, der an mir vorbeigeht. Der hat wohl auch keine Geduld mehr gehabt. Warum liegen hier eigentlich überall Bananen rings um mich herum in den Regalen?

... Also bei Aussage gegen Aussage wird doch grundsätzlich dem Polizeibeamten geglaubt, mögen dessen Ausführungen noch so abstrus sein. Schließlich hatte ich keinen Zeugen und der andere Polizist, der noch jünger schien, sagte keinen Ton. Bevor er ging, verabschiedete er sich von mir. Ich nicht und still verwünschte ich diesen Vollidioten in die Hölle. Zu spät zur Arbeit bin ich überdies auch noch gekommen. Also der Tag fing nun wirklich nicht gut an. Wahrscheinlich hört er wohl auch nicht gut auf, wenn ich hier noch länger warten muß. Mein Magen beginnt zu grummeln. Ach ja. Während meiner kurzen Mittagspause stand ich über eine Viertelstunde beim Bäcker an, um dann eröffnet zu bekommen, daß die Sandwiches derzeit aus seien. Frust pur. Warum gibt es in Deutschland nicht mehr Personal? Überall Schlangen. Bei der Post. In der Bücherei. Im Zeitschriften- und Lottoladen. Bei der Bahn. Und überhaupt. Hier ja auch. Dabei schreiben die Unternehmen Jahr für Jahr horrende Gewinne und unsereins muß anstehen wie vor zwanzig Jahren die Menschen in den Ostblockländern. Die Marktwirtschaft ist ja mittlerweile sozialistischer als der damals real existierende Sozialismus. Ich laß' denen hier meinen randvoll gefüllten Einkaufswagen stehen, wenn es jetzt nicht gleich vorangeht...

Na endlich, muß immer erst gedroht werden, damit eingelenkt wird. Bitte, da steht es doch. 'Audi-Chef Bakschisch gibt veröffentlichte Höhe seines Gehaltes zu'. Das muß ich nachher lesen. Oder besser doch nicht. Es wundert mich äh nichts mehr. Jetzt schließen sie die andere Kasse, kaum daß sie die andere aufgemacht haben. Nein, mir reicht's jetzt. Julia, ab durch die Mitte. Demnächst können die hier die Bananen selber futtern. "Entschuldigen Sie bitte. Mögen Sie mich mal durchlassen?" ...

Endlich frische Luft. Wurde auch langsam Zeit. Das war ja nicht mehr zum Aushalten in der Kassenschlange. Nanu? Der uniformierte Typ da drüben sieht aber verdächtig aus. Hält 'ne Banane in der Hand und hat Ähnlichkeit mit, wie heißt der noch ... genau, Gaddhafi. Das wird doch nicht etwa ...

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Lebensalltag
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Montag, 7. april 2008
59

Eines frühen Morgens erklingt die flüsterne Stimme Wotans aus dem Himmel. "Lea, schleich' dich. Brunhilde kommt gleich. Wenn die dich sieht, dann wissen bald alle meine Gläubigen davon." Lea antwortet: "Was regst du dich denn so künstlich auf. Brunhilde ist doch die UrUrUrUr....Urenkelin von Abraham!" 
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Sonntag, 6. april 2008
58

"Woran erkennst du einen einzelnen Rechten?", fragt Klein-Bub seinen großen Bruder.

Der weiß darauf keine Antwort, sagt der Kleine: "Mensch, das ist doch ganz einfach. An der Panik in den Augen und dem hohlen Klammergriff seiner rechten Hand."
von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Linke Literatur & Toleranz
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Samstag, 5. april 2008
56

Früher haben die Köhler Holz zu Kohle gemacht.

Heute leitet ein Köhler nur noch eine Bananenplantage.

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Lebensalltag
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Samstag, 5. april 2008
55

Treffen sich zwei Rechte in Teheran.

Fragt der eine den anderen:

"Hey Du, was hast du mit deiner rechten Hand gemacht?"

Antwortet dieser: "Das gleiche wie du!"

"Wie! Geklaut?
von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Kultur-Schock
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Samstag, 5. april 2008

54


Pawlowsche Zweibeiner

Rechts von mir

sitzen die Armen

an Geist und Gefühl

Beißen nach allem

was sich unerlaubt

nähert

sei es auch schwarz

oder schwul



von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Mehr menschlichkeit
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Samstag, 5. april 2008

53


Eiszeit

Mit jedem Tag länger

es schneit oder fürchterlich

windet, ob naß oder

kalt

ist völlig egal weil

Wärme im Norden das

Eise so quält

was den Strome arg

in die Tiefe zieht

so daß unser Atem

in Kristallen erstickt

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Tier-, Natur- und Umweltschutz
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Dienstag, 1. april 2008

49

Kürzlich erhielt ich einen Kommentareintrag zu meinem Beitrag (24) 'Privatisierung - Segregation - Apartheid'. Ich hielt den Inhalt eher für einen Witz und fragte nochmals nach beim Kommentator. Doch der bestätigte mir das Geschriebene und nannte mir zudem den Namen des Polizeibeamten. Von dort war anschließend keine Stellungnahme dazu zu erhalten. Also hier kommt die Satire:


Ratlos in Deutschland

An einem frühen Mittwochmorgen geht der Dienstgruppenleiter Lauter [übrigens vom 19. Frankfurter Polizeirevier - schon bestens bekannt!!! siehe Beitrag (17)] in Begleitung einer jungen Kollegin im Flughafen Frankfurt Streife. Zeitgleich schleicht der Pfandsammler Axel ängstlich durch die Hallen, denn er muß auf der Hut sein vor ganz bestimmten Leuten vom Sicherheitsdienst wie z.B. Herrn Sommer. Die kennen keinen Spaß und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück, um Leute wie Axel vom Sammeln abzuhalten. Glücklicherweise ist zu diesem Zeitpunkt keiner von denen unterwegs. Axel schaut also gerade um die Ecke und erblickt auf dem Boden eine leere Pfanddose als Dienstgruppenleiter Lauter mit seiner Kollegin um die Ecke kommt. Axel denkt sich nichts dabei, denn vor der Polizei muß er erfahrungsgemäß keine Furcht haben, und geht auf die Dose zu, bückt sich und will sie gerade aufheben als er hinter sich ein lautes ÄhHäm vernimmt. Er dreht sich um und sieht geradewegs in die Gesichter zweier Polizisten. Der männliche Polizist bedeutet ihm mit dem hin- und herschwingenden Zeigefinger seiner rechten Hand, daß er Axels Tun nicht in Ordnung findet. Axel ist erstaunt und muß sich sogleich belehren lassen. Das Sammeln von Pfandflaschen und Pfanddosen verstößt gegen die öffentliche Ordnung. Außerdem beschädigt es das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Welt. Axel solle dies also unterlassen. Nun ist Axel nicht mehr erstaunt, sondern baff. So baff, daß er weder loslachen noch etwas erwidern kann. In die kurze Stille hinein marschiert ein Troß lärmender Neonazis, die mit ihren Pauken und Trompeten, Fahnen und Parolen an den dreien vorüber, ohne eine Reaktion bei den Polizisten auszulösen. Also wiederholt die Polizistin die Ermahnung, schaut anschließend zu ihrem Kollegen stolz auf. Gemächlich entfernen sie sich dann. Zurück bleibt ein ratloser Axel.

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch Community: Kultur-Schock
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  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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