Prosatexte Sachthemen

Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 13:28

31

... wächst ungehemmt. Seit dem "siecle des lumières" hat sich die Erdbevölkerung um ein Vielfaches vermehrt, was wohl auf den Fortschritt durch wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Gebieten der Medizin, Landwirtschaft, Energiegewinnung etc. zurückzuführen ist. Doch mittlerweile haben wir die Schwelle von sechs Milliarden Menschen trotz zahlreicher Kriege, Hungersnöte, Seuchen etc. überschritten. Das Tempo des Wachstums nimmt beständig zu und allmählich erinnert mich die Entwicklung an ein früheres Experiment im Biologieunterricht. Wir haben in einem begrenzten Medium (Petrischale + Nährflüssigkeit = Erde) eine bestimmte Anzahl von Bakterien (= Urmenschen) bei konstanter Temperatur (= Weltklima) sich selbst uneingeschränkt vermehren lassen, dabei regelmäßig eine Bestandsaufnahme unternommen. Was passierte? In der Anfangsphase war das Wachstum sehr gering, die anschließende Vermehrungsphase zeigte ein stetig zunehmendes, also schneller werdendes Bakterienwachstum (!!!) bis zu dem Zeitpunkt, ab dem die konstante Phase erreicht wurde. Die Bakterien vermehrten sich also im gleichen Maße wie sie starben, verursacht durch ein Gleichgewicht von Nährflüssigkeit und giftigen Abfallprodukten. Anschließend folgte die letale Phase, in der quasi auf einem Schlag alle Bakterien abstarben.

Demnach befinden wir uns Menschen also noch in der Vermehrungsphase. Doch wie weit ist die konstante Phase entfernt? Beginnt sie gerade jetzt, im Jahr 2008, in zehn oder hundert oder doch erst in tausend Jahren?

Auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Dazu zählen Ackerland, Wasser, Luft u.a. Handeln wir wider jeder Vernunft? Die Chinesen haben es mit einer restriktiven 1-Kind-Politik versucht. Sie sind am Menschen gescheitert. Warum haben bis heute nur die Chinesen eine Begrenzung versucht? Wem könnte etwas daran liegen, daß sich die Menschen weiterhin vermehren?

Mir fällt nur eine einzige Antwort ein. Den Befürwortern unseres Wirtschaftssystems, das einzig und allein vom Wachstum abhängig ist. Denn Wachstum ist das Schlüsselwort. Denn nur Wachstum verspricht die Sicherstellung einer Verzinsung. Die Verzinsung (Zinsen im engeren Sinne oder Spekulationsgewinne) anlagebereiten Kapitals.

Wozu werden Zinsen und Spekulationsgewinne verwendet? Nun, sie werden reinvestiert in neue flexible Kapitalanlagen und in Immobilien. Ziel ist, viel Grundbesitz zu erwerben. Hier läuft weltweit ein Konzentrationsprozeß ab. Denn privater Grundbesitz läßt sich umzäunen, bewachen, verteidigen. Darauf kann sich der Eigentümer zurückziehen. Unerwünschte und Habenichtse ausschließen!!!

Was ist mit plötzlichen Einschnitten wie Kriegen? Kriege haben nur die zu fürchten, die nichts besitzen oder ihr Kapital in Wertpapiere investiert haben. Denn Wertpapiere verlieren i.d.R. ihren Wert, z.B. durch eine Inflation (= Geldentwertung). Außerdem sind Kriege aus betriebswirtschaftlichem Sinn durchaus willkommen, sofern sie nicht allzu lange dauern und damit das Wirtschaften (= Verzinsung) verhindern. Kriege verursachen daher bei denen, die über viel Grundbesitz verfügen, keine nennenswerten Sorgenfalten? Eher im Gegenteil. Sie gewinnen auch hierdurch. Die Toten verlängern nämlich die Vermehrungsphase, die Zerstörungen sorgen für neues Wirtschaftswachstum. Schließlich muß wieder aufgebaut werden. Wer also bereits über viel Grundbesitz verfügt, der wächst mit dem neuerlichen Wirtschaftswachstum. Die Befürworter unseres Wirtschaftssystems kennen keine Scham, kein Gewissen, keine Verantwortung und keine Gnade.

Deshalb darf die Erdbevölkerung auch wachsen, wachsen und ...

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 12:54

30

Der mdr ist eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Seine Fernseh- und Radioprogramme sind in Nordwest-Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Südwest-Brandenburg und Sachsen zu empfangen. D.h., das Sendegebiet erstreckt sich somit bis zur deutsch-polnischen Staatsgrenze und wahrscheinlich auch noch geringfügig darüber hinaus. Nehme ich geographische Kriterien zur Hand, dann liegt mehr als 60% des Sendegebiets allein im ostdeutschen Raum, der Rest teilt sich auf zwischen Norddeutschland und Mitteldeutschland. Warum nennt sich dieser Sender von der ersten Sekunde an also "Mitteldeutscher Rundfunk"?

Will dieser Name uns zu verstehen geben, daß östlich vom mitteldeutschen Rundfunk noch etwas Deutsches ist? Quasi als Erinnerung an verlorengegangene Gebiete, z.B. Schlesien? Es soll nach wie vor eine Menge Deutscher geben, die das Gebiet östlich der Oder als urdeutsches Territorium betrachten.

Tatsache ist, daß das deutsch-polnische Verhältnis von der Vergangenheit bis in die Gegenwart als belastet gilt. Das ist auch kein Wunder, nachdem was in mehr als 1000 Jahren zwischen diesen beiden Völkern vorgefallen ist - vor allem aus polnischer Sicht ist das Verhältnis arg getrübt. Kascinski her, Kascinski hin. Auch heute hegen viele Deutsche Ressentiments gegen Polen, und das Wissen voneinander ist hüben wie drüben  beschränkt. Leider liegen hierzulande den meisten Länder wie Spanien, Griechenland oder die USA näher als das direkte Nachbarland im Osten. 

Um nochmals auf den mdr zurückzukommen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Nichts ist für die Ewigkeit. Das gilt leider auch für den Frieden. Und wer weiß, Erika Steinbachs gibt es derer viele. Also, ihr Polen, seid auf der Hut und beoachtet genau, was in Deutschland passiert!

 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Mittwoch, 23. januar 2008 3 23 /01 /2008 12:40

29

Dieses häufig zitierte Sprichwort beschreibt kurz und prägnant das Verständnis unserer menschlichen Welt. Jedenfalls höre ich diesen Ausspruch stets im Zusammenhang mit Ereignissen, die eine große politische oder wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Aber regiert Geld wirklich die Welt? Ist es nicht eher ein Ersatzmittel, quasi eine Droge gegen die Ängste dieser Welt? Wer schließlich ausreichend Geld besitzt, muß keine Angst haben vor Krankheiten. Denn er kann sich einen (guten) Arzt und bei Bedarf hochwertige Behandlungsmethoden leisten. Einsamkeit im Alter? Keine Freunde? Kein Problem. Ein fahrbarer Untersatz, falls erwünscht, steht bereit. Der Tisch ist stets reichlich gedeckt, die Bude bleibt warm (mag vielleicht auch der Golfstrom abgesunken sein) ... der Urlaub ist auf Jahre hinaus gesichert. Wo liegt also das Problem?

Wie bitte? Sie haben heute schon nicht mehr genug Geld, um die GEZ zu bezahlen. Dann sind ihre Ängste absolut verständlich: Obendrein (fast) arbeitslos, eine unbezahlbar gewordene Wohnung, vergiftete LIDL-Nahrung, die Scheidung steht bevor. Alles Lebensnotwendige droht Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand zwischen den Fingern zu rieseln. Sie finden kaum noch Schlaf, Albträume begleiten sie. Sie befinden sich in einer unheimlichen Zwickmühle.


Der Wert des Geldes hängt bekanntlich vom Vertrauen der Leute ab. Falls dieses Vetrauen schwindet oder gar erlischt, besitzt Geld lediglich nur noch den Wert seines Materials. Selbst eine 1-Cent-Münze ist dann mehr wert als die heutige 200 Euro-Banknote. Kurios? Gar nicht. In Rumänien beispielsweise galten unter Ceaucescu für eine gewisse Zeit (westliche) Zigarettenpackungen mehr als die Landeswährung Leu. Warum sollte das nicht auch in einem größeren Maßstab, z.B. mit MegaBioMöhren (!) oder Quellwasser möglich sein.

Schließlich sind es die Ängste, nicht das Geld, die die Welt regieren. Die Lösung für manche Probleme liegt daher sehr nah. Es braucht aber ein wenig Kreativität. 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Dienstag, 22. januar 2008 2 22 /01 /2008 15:03

27

Jeder Vertrag basiert letztendlich auf die Verarbeitung von dinglichen Stoffen. Mag er noch so abstrakt sein.

Auf einer Tauschbörse geben Sie Ihren alten Kinderwagen gegen ein altes Radio ab. Ware gegen Ware.

Kaufen Sie sich morgens beim Bäcker ihre Brötchen, dann geben Sie der Verkäuferin das Geld und im Gegenzug erhalten Sie die Brötchen überreicht. Nun, Brötchen bestehen aus Mehl, Wasser etc., das Geld aus Metall. Das dürfte soweit klar sein. Ware gegen Bargeld. 

Beim Juwelier entscheiden Sie sich für den Kauf eines wunderschönen Ohrrings aus Feingold mit jeweils einem Smaragd. Sie legen die Kreditkarte zur Bezahlung auf den Tresen. Einmal RitschRatsch und der Vertrag ist abgeschlossen. Ware gegen Plastikgeld.

Ihre Hausbank macht Ihnen ein besonders günstiges Angebot. Sie können Anteile an einem Immobilienfonds spektakulär günstig erwerben. Hier wird es bereits etwas komplizierter, denn die Anteile bekommen Sie nicht ausgehändigt, aber Ihrem Depotkonto gutgeschrieben. Zugleich wird Ihr Girokonto belastet. Wertpapiere (Ware) gegen Buchgeld.

Auf Ihrer Urlaubsreise im fernen Buenos Aires wechseln Sie bare Euros gegen bare Landeswährung. Bargeld gegen Bargeld.

Die Aktienkurse sind nach Jahren der Hausse urplötzlich abgestürzt. Ihnen drohen enorme Kursverluste. Sie verkaufen zähneknirschend mit Verlust, weil Sie die Hypothek auf Ihrem Haus bedienen müssen. Wertpapiere (Ware) gegen weniger Buchgeld. Um das Loch zu stopfen, müssen Sie fortan mehr arbeiten, also schneller und mehr produzieren (lassen).

Während Sie diese Beispiele lesen, tauchen bei Ihnen bestimmt Fragen auf. Zum Beispiel: Was soll das? oder: Wieviele Bäume, Kohle und Metalle müssen der Erde entnommen werden zur Gewinnung von Energie und dessen Einsatz für Verarbeitung, Produktion und Transport der genannten Waren (inklusive Geld)? Wieviele Bäume, Kohle und Metalle müssen der Erde zusätzlich entnommen werden, um Verluste auszugleichen?  

Dabei wächst die Menschheit Tag für Tag ungebremst.
Gut für das Wirtschaftsleben!

Dingliche Stoffe sind endlich!
Schlecht für die Wirtschaft!

Was ist gut für die Menschheit?

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 14:49

26

Law-and-order-Parolen sind seit einigen Jahren in aller Munde. Hartes Durchgreifen gegen alles und jeden, der irgendwie verdächtig wirkt, ist seither in vielen Ländern dieser Erde angesagt.

Doch Law-and-order hat zu zahlreichen unschuldigen Opfern geführt! Denjenigen, die hartes Durchgreifen befürworten, scheint das egal zu sein. Und sie mißbrauchen Law-and-order als einseitig wirksame Waffe gegen andere. Unliebsame. Ausgestossene. Nonkomformisten. Andersdenkende. Einseitig auch deshalb, weil ansonsten müßten viel mehr Befürworterinnen und Befürworter von Law-and-order vor Gericht stehen und nach gültigem Recht verurteilt werden.

Dem ist nicht so! Traurig, aber wahr. Weltweit.


Hinweis: siehe Linkliste unter (26) 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 14:46

24

In Europa ist der Begriff "Privatisierung" das Schlagwort der vergangenen Jahrzehnte gewesen. Allein in Deutschland sind zahlreiche staatliche* Unternehmen privatisiert worden, d.h. der Staat verkaufte seine Eigentumsrechte am Unternehmen üblicherweise in Form von Aktien an private Kapitalanleger. Diese benötigen schließlich laufend neue rentable Anlagemöglichkeiten.

Anfangs verkaufte der Staat nur sein Leichtmetall und Metallegierungen, später schon Porzellan. Spätestens seit der Jahrtausendwende verkauft er allerdings seine Juwelen und Goldbarren. Telekommunikation, Post, Krankenhäuser und Flughäfen wurden verscherbelt, die Bahn und selbst Straßenabschnitte stehen zum Verkauf an. Kurzum, die Infrakstruktur eines Landes steht zum Ausverkauf. Und die Käufer wollen selbstverständlich später daran oder damit verdienen.

Zur Verdeutlichung des Begriffs "Staat" sei hier ausgeführt: Ein Staat ist schließlich kein abstraktes Konstrukt, sondern setzt sich zum einen aus seinem Territorium, und zum anderen aus den darauf lebenden Bürgern (in Deutschland ca. 83 Millionen) zusammen. Da eine Sache, hier das Territorium, nichts besitzen kann, kommt folglich nur der Bürger als Eigentümer von Dingen in Frage. So verfügt in Deutschland jeder Bürger über ein 1/83Millionstel Miteigentumsanteil am Territorium und an staatlichem Vermögen. Der Bürger ist Miteigentümer an Schwimmbädern, Haftanstalten, Straßenbahnen etc., sofern sie nicht privatisiert sind.

Was bedeutet "privatisiert" überhaupt?
Unter privatisiert versteht man, daß das Eigentum an einer Sache oder Rechten in den Händen eines privaten Eigentümers liegt. Privater Eigentümer können Einzelpersonen, begrenzte Personengemeinschaften und juristische Personen wie Einzelunternehmen oder Kapitalgesellschaften sein.

Dann verstehe ich das in bezug auf die Deutsche Bahn AG aber nicht. Denn ständig hört man, die Deutsche Bahn sei privatisiert, dabei ist der Vorstandsvorsitzende Herr Hartmut Mehdorn nicht frei in seinen Entscheidungen. Bevor er Entscheidungen fällt, muß er sich immer beim zuständigen Bundesverkehrsminister, Herrn Tiefensee, das Okay holen. Das spricht nicht unbedingt dafür, daß die Deutsche Bahn privatisiert ist. Auf Bahnsteigen weisen mich Bahnbedienstete und Sicherheitsfachkräfte auf den Zusatz AG = Aktiengesellschaft hin. Das wäre ja wohl das eindeutige Zeichen einer Privatisierung. Komisch, im betreffenden Handelsregister ist nämlich unter Eigentümer die Bundesvermögensverwaltung als alleiniger Eigentümer vermerkt. Also handelt es sich bei der Deutschen Bahn AG um privatisiertes Staatsvermögen (!??) Wie dem auch sei, kurzum, ich bin davon überzeugt: Noch gehört die Deutsche Bahn AG oder GmbH, KG, KGaA o.ä. jedem Bürger. Punktum!

Dann ist die Fraport AG als Flughafenbetreiber auch noch nicht privatisiert, zumindest nicht vollständig. Weil an der Fraport AG hält das Land Hessen noch 31,62% und die Stadt Frankfurt 20,19% = zusammen 51,81% (Stand: 18.01.2008, siehe
www.fraport.de/ Investor Relations --> Die Fraport-Aktie --> Basisdaten/ Aktionärsstruktur) sogar noch die Mehrheit der Aktienanteile. Der Rest verteilt sich auf private Unternehmen und Kapitalanleger.

Also, die Deutsche Bahn AG ist faktisch nicht privatisiert, die Fraport AG dagegen teilprivatisiert.

Diese beiden Beispiele sollen verdeutlichen, welche praktischen Konsequenzen diese Tatsache für Bürgerinnen und Bürger hat. Sowohl bei der Deutschen Bahn AG als auch bei der Fraport AG ist man seitens des Vorstandes offensichtlich festen Glaubens, daß es sich bei ihren Unternehmen um Privateigentum handelt. So sind sowohl der DB-Sicherheitsdienst als auch die Flughafen-Security angewiesen, v.a. unerwünschte Personen den Aufenthalt zu untersagen. Hierzu verweisen die betreffenden Mitarbeiter stets auf die Hausordnung. Wer sich weigert, dem wird mit dem Aussprechen eines Hausverbots gedroht, dem wird ein Hausverbot ausgesprochen und im Wiederholungsfall wird gegen den betreffenden Menschen Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet. Hier werden also nicht wenige Menschen kriminalisiert, die niemandem etwas zu Leide tun.

Aber wer sich weigert, das Gelände zu verlassen, ist im Recht. Denn sowohl bei der Deutschen Bahn AG als auch bei der Fraport AG handelt es sich um Unternehmen in Staatseigentum, folglich um öffentliche Räume. Den Aufenthalt in öffentlichen Räumen verwirkt als BürgerIn nur, wer sich gegen die öffentliche Ordnung stellt, d.h. eine Gefahr für sich selbst und für andere darstellt, Menschen aktiv belästigt oder Verschmutzungen und Zerstörungen verursacht. Einer weitergehenden Hausordnung ist damit jegliche Handlungsgrundlage entzogen. Mit anderen Worten: Jeder Mitarbeiter, der einen Bürger nötigt, das Bahn- oder Flughafengelände zu verlassen, macht sich strafbar.

Also vor dem Rauswurf: Zeugen hinzuziehen, Dienstausweis vorlegen lassen und anschließend Strafanzeige erstatten
Dieser Aspekt gewinnt in letzter Zeit deshalb an Bedeutung, weil immer häufiger Sicherheitsdienste - nicht nur die erwähnten - und in deren Windschatten die Polizei in vergleichbaren Situationen (unerwünschte) Personen zu verscheuchen versuchen.
Privates, auf Rentabilität angelegtes Kapital verträgt sich eben nicht mit Flaschen- und Dosensammlern, Suchtkranken, Wohnsitzlosen und dem verarmten Prekariat. Was sollen schließlich die geldbringenden Kunden davon denken, wenn direkt neben ihnen eine alte Frau Eßbares aus dem Mülleimer zerrt oder ein junger Mann in unsauberer Kleidung einen Sitzplatz besetzt.

Also vor einem eventuellen Rauswurf, in der Reihenfolge: 

1. Zeugen hinzuziehen
2. Dienstausweis vorlegen lassen und 
3. anschließend Strafanzeige erstatten

Denn mit dem Vorgehen seitens der Sicherheitsleute plus Polizei droht eine schleichende und auf Sozialrassismus gründende Entrechtung im öffentlichen Raum (= Apartheid) stattzufinden, die dringend einer gerichtlichen Überprüfung bedarf. Eine Überprüfung, von der nur jeder Bürger profitieren kann. Wenn dieser Entrechtung nämlich nicht Einhalt geboten wird, dann wird sie weiter um sich greifen und bald nicht nur Menschen erfassen, die bis jetzt noch verschont geblieben sind, sondern irgendwann z.B. auch festlegen, wer wann wieviel atmen darf.
 

* darunter zählen Unternehmen, die mehrheitlich Eigentum des Bundes, eines Bundeslandes, eines Landkreises oder einer Kommune bzw. eines staatlichen Unternehmens sind

Hinweis: siehe Linkliste unter (24)

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Mehr menschlichkeit
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 14:35

23

Unser Fortschritt überholt sich selbst. Ein Beispiel: Woran scheitert Ihrer Meinung nach die Einführung eines spritsparenden Kraftfahrzeugs, obwohl dies technisch schon lange machbar wäre?

An den Entwicklungskosten für die alte Technik. Das Verhältnis von bisheriger Gewinnerzielung zur Höhe der früheren Entwicklungskosten ist aus der Sicht der Autoindustrie noch nicht profitabel genug gewesen. Wie lange müssen oder vielmehr sollen, können wir also noch warten, bis die Autoindustrie diese Bücher schließt und ein neues Kapitel der Automobilgeschichte beginnt?

Wenn alternative Techniken nicht umgesetzt werden, sich also im Wartestand befinden, dann überholt sich unser Fortschritt selbst. Es wird also schneller und mehr geforscht als letztlich in der Praxis anwendbar wird. Das kann nicht gutgehen auf Dauer!!!

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 13:35

21

Soeben las ich bei "overblog" einen interessanten Beitrag über Gewalt, dessen Unterlassung oder Anwendung, was sie verursacht, wozu sie führen kann. Grundsätzlich lehne ich Gewaltanwendung ab, lediglich im Falle einer Notwehrsituation würde ich davon Gebrauch machen. Schon das Eintreten für andere, z.B. für (vermeintlich) Schwächere, beinhaltet stets das Risiko, manipuliert oder benutzt worden zu sein. Daher prüfe man wohl genau, bevor man sich für andere engagiert. Leider ist Gewalt allgegenwärtig geworden; sie begegnet uns in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Schul- und Pausenhöfen, vor Kneipen und Restaurants, vor dem Sportstadion, in Kasernen und auf Polizeirevieren, auf allen TV-Kanälen, in der großen weiten Welt, in der Sprache von Wahlrednern und Präsidenten usw.

In diesem Zusammenhang sei auf den Kosovokrieg im Frühjahr 1999 erinnert, als die Nato ohne UN-Mandat (!) gegen die restjugoslawische, also überwiegend serbische Armee, zu Felde zog. Der Auftrag stand unter dem Motto: Verteidigung der Menschenrechte. Der damalige grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer rechtfertigte die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem zweiten Weltkrieg mit der Notwendigkeit des Eingreifens, um einen Völkermord an die betroffenen Kosovo-Albaner abzuwenden. Seither steht nach Ansicht vieler Fachleute die Anwendung eines völkerrechtswidrgen Angriffskrieges im Raume. Die restjugoslawischen Truppen und polizeilichen Sondereinheiten wurden bis hinter die serbische Grenze zurückgeschlagen. Eingesetzt wurden dabei von den Nato-Kampfverbänden u.a. zahllose Streubomben und plutoniumverseuchte panzerbrechende Munition.

Beide Waffenarten stehen im eklantanten Widerspruch zum Auftrag. Wie lassen sich Menschenrechte mit menschenrechtsverletzenden Waffenarten verteidigen? Nach meiner Ansicht in keinster Weise. Zumal die wenigsten Streubomben, die in hoher Zahl über den Kosovo abgeworfen wurden, überhaupt explodiert sind. Bis heute ereignen sich im Kosovo immer wieder Unfälle, in erster Linie trifft es dabei spielende Kinder, die auf Streubombenblindgänger zurückzuführen sind. (Frisch) Verstümmelte oder verkrüppelte Kinder, aber auch Erwachsene sind im Kosovo allerorten anzutreffen. Wie entsorge ich außerhalb meines Territoriums Nuklearabfall? Menschenverachtung pur! Ein ganz klarer Fall für hiesige Gerichte oder für das Völkerrechtsgericht in Den Haag!! Aber wo kein Kläger, da kein Beklagter!!!

Vor diesem Hintergrund erscheint mir auch der Auftragsgrund zweifelhaft geworden. Vor allem, weil auch der bewaffnete Arm der Kosovo-Albaner, die UCK, gegen das Völkerrecht verstoßen hatte. Daher rückt ein ganz anderer Aspekt in den Vordergrund. Der Südosten Europas galt bereits Jahre zuvor als ein riesengroßes Schlupfloch für viele Flüchtlinge aus allen Herren Ländern. Italien schien nicht in der Lage zu sein, seine lange Grenze entlang der Adriaküste ausreichend zu kontrollieren. Also, was lag näher, diese Region durch eigene Truppenverbände zu "befrieden", um somit den Flüchtlingen den Weg zu versperren. Es ist ihnen wohl gelungen. Denn auffällig ist, daß die Medien seit sieben, acht Jahren nicht mehr über Flüchtlingsschicksale an der italienischen Adriaküste berichten. Die Festung Europa nahm dort ihren Anfang. Und! Europa hat das Problem auf amerikanische Art gelöst. Stattdessen kommen die Flüchtlinge heute von Afrika über das Mittelmeer oder den Atlantik nach Zypern, Griechenland, Malta, Italien, Spanien und Portugal.

Eine Erkenntnis ist mir damals angesichts der Enthüllungen über die verwendeten Munitions- und Waffentypen gekommen: In meinen Augen hat dies die Grünen endgültig disqualifiziert. Sie sind seither unwählbar geworden!

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Wahlen 2008
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 12:42

20

Der Kohlendioxidausstoß (CO2) muß verringert werden! Vom Nordpol bis zum Südpol ist diese Forderung zu hören, um den prognostizierten Klimawandel abschwächen zu können. Das Gezänke zwischen den einzelnen Industrienationen ist dabei allgegenwärtig. Die USA haben sich erst kürzlich unter großem Geschrei, aber mit Ausnahmeregelungen, in das internationale Vorhaben einbinden lassen. Viel Hoffnung läßt dies nicht zu. Die Wirtschaft braucht schließlich Energie, denn sie muß nach bisherigem Verständnis laufend wachsen. Damit wächst auch der Energieverbrauch. Alternative oder regenerative Energieversorgungen erscheinen vor diesem Hintergrund und auf lange Sicht eine kaum ausreichende Lösung zu sein, zumal auch sie die Natur und Umwelt schädigen (z.B. riesige Offshore-Windradparks, Solarenergieanlagen, Monokulturen von Biospritpflanzen). Ganz Schlaue aus Politik und steinzeitlichem Wirtschafts- und Wissenschaftsverständnis favorisieren daher wieder die Nukleartechnik, denn sie sei schließlich klimaneutral (!). Großbritannien hat erst kürzlich wieder einen Schritt auf die Atomwirtschaft zugemacht. In Deutschland scheint der Ausstieg aus der Atomenergieversorgung mittlerweile fraglich. Weltweit nimmt die Zahl von Atomreaktoren stetig zu. Dabei sind alle Risiken hinlänglich bekannt.

Statt alte Fehler zu wiederholen, ist Umdenken angesagt! Aber wie? Nun, manche müssen für das Umdenken sprichwörtlich an die Hand genommen werden. Wir sollten also die Autoindustrie in die Pflicht nehmen und darauf hinweisen, daß ihre Spritschleudern nicht mehr zeitgemäß sind. Wenn weniger "alttechnische" Fahrzeuge verkauft werden, dann werden die Manager zwangsläufig umdenken müssen. Allerdings ist das nur die eine Hälfte der Wahrheit, denn selbst wenn ein "neutechnisches" Auto nur einen (!) Liter Sprit pro 100 Kilometer verbrauchte, wäre der Ausstoß von CO2 gleichgroß, sobald die Absatzzahlen verkaufter Neuwagen verfünffacht wären. Also, nur eine Frage der Zeit! Ergo, keine langfristige Lösung. Doch in diesem Denkansatz steckt durchaus ein gangbarer Lösungsweg. Besinnen wir uns allmählich wieder auf uns selbst. Statt also die Brotmaschine oder den Mixer in der Küche zu bedienen, nehmen wir stattdessen ein Messer oder eine Handpresse zur Hand. Und das drei Mal am Tag. 3 x Strom gespart mal 10 Mio Haushalte = 30 Millionen mal Strom gespart. Statt den Akkuschrauber oder die Bohrmaschine zu benutzen, greifen wir zum Schraubenzieher oder Handbohrer. Geht genauso gut. Strom eingespart. Ohren geschont. Standby-Geräte komplett ausgeschaltet. Strom gespart, die Masse machts. Warum noch einen Staubsauger und Rasenmäher benutzen? Die Alternativen liegen uns doch auf der Hand. Und erst diese dröhnenden, stinkenden Laubsauger. Wenn wir allein diese Einsparungsmöglichkeiten beherzigen, bringt das mehr als jede Schönwetterrede oder eine 5-Minuten-Licht-Aus-Aktion. Das Einsparungspotential ist damit übrigens nicht ausgeschöpft.

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Visionen
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Montag, 21. januar 2008 1 21 /01 /2008 11:42

19

Was war das ein langwieriger Kampf mit dem Einzelhandel? Vor ungefähr drei Jahren! Ihr Widerstand grenzte geradezu an Willkür. Sie und die Getränkeindustrie versuchten mit allen, auch unlauteren Mitteln die Einführung eines einheitlichen Pfandsystems für Einwegflaschen und -dosen zu verhindern. Die Leidtragenden waren zunächst die Verbraucherinnen und Verbraucher. Wer erinnert sich noch an die leidigen Laufereien und Fragen. Wenn Sie die Flaschen nicht hier in dieser Filiale gekauft haben, dann können wir sie auch nicht zurücknehmen. Der Hinweis, daß es sich schließlich um die gleiche Supermarktkette handle, zählte nicht. Denn jede Filiale einer Supermarktkette hatte sein eigenständiges Pfandrücknahmesystem. Und wer schon in der richtigen Filiale war, aber keinen Kassenbon mehr vorweisen konnte, der bekam sein Pfandgeld auch nicht zurückerstattet. Dabei war die Idee und der dahinterstehende Gedanke der damaligen rot-grünen Bundesregierung schlichtweg genial. Wer ein erhöhtes Pfandgeld (0,25 €) zahlen muß, der greift doch eher wieder auf Mehrwegpfandflaschen zurück und entlastet damit die Müllentsorgung zugunsten der Umwelt. Wer dennoch Einwegflaschen oder -dosen kaufte, der würde sie sicherlich zurückbringen. Weniger wilder Abfall wäre die Folge. So dachten wohl die für den Umwelt- und Naturschutz Verantwortlichen. Die Einführung der neuen Verpackungsverordnung (NVVO) erfolgte schließlich im Mai 2006, nachdem der zuständige grüne Umweltminister Trittin erst mit Zwangsmaßnahmen drohen mußte.

Heute nun läßt sich die Frage stellen, ob die Erwartungen erfüllt worden sind. Keine Frage. Es liegt weniger Abfall auf den Straßen, am Wegesrand und in den Gebüschen. Unsere Umwelt scheint "sauberer". Einwegflaschen sind dort kaum noch zu finden; lediglich die ohne (!?) Pfanderhebung. Aus umweltpolitischer Sicht ist dieser Umstand allerdings auch der einzige positive Aspekt. Denn erstens geht die Anzahl der verkauften Mehrwegpfandflaschen von Jahr zu Jahr spürbar zurück, die Anzahl der Einwegflaschen und -dosen nimmt dagegen überproportional zu. Zweitens beinhaltet die NVVO einen Kardinalfehler, denn sie bepfandet nicht wie der Name vermuten läßt, die Einwegverpackung, sondern den Inhalt. So durfte die Getränkeindustrie auf den Einbau zahlreicher Ausnahmeregelungen in die neue Verordnung vertrauen. Sie nutzt sie weidlich aus. Wer den Getränkemarkt genau beobachtet, dem entgeht nicht, daß es zahlreiche Diät-, Mix-, koffeinartige Getränke gibt, die der Verpackungsverordnung erstaunlicherweise nicht unterliegen. Die Verpackungen dieser Getränke sind daher überdurchschnittlich häufig als wilder Abfall oder geordneter Hausmüll anzutreffen. D.h., sie gehen letztendlich dem vorbestimmten Recyclingkreislauf verloren. Und drittens werden darüberhinaus Woche für Woche neue Getränkekreationen in Einwegverpackungen auf den Markt gebracht, die entweder legal (?) an der NVVO vorbei unbepfandet sind oder es finden sich pfandpflichtige Einwegverpackungen, die allerdings ohne Pfandsiegel und damit auch am Recycling vorbei millionenfach verkauft werden. Für mich ist es unverständlich, daß z.B. schlanke 0,33L Coladosen grundsätzlich bepfandet sind, allerdings die frühere plumpere Dosenform nicht. Ein Unding!!! Solche Irrungen sind allerdings auch regional unterschiedlich. So sind in der Hamburger Region die meisten pfandpflichtigen Verpackungen auch mit einem Pfandsiegel versehen, dagegen in den Regionen Berlin, Köln, Ruhrgebiet und Frankfurt am Main gilt das genaue Gegenteil. Wahrscheinlich hängen die Zustände auch vom Engagement der jeweiligen Umweltbehörden ab.

Und so lassen sich berechtigte Zweifel an der umweltpolitischen Wirksamkeit der NVVO nicht gänzlich verhehlen. Eine deutliche Nachbesserung - auch aus Wettbewerbsgründen - sowie ein besseres Kontrollsystem sind dringend angezeigt. Ansonsten bleibt die NVVO das, was sie vermutlich auch sein sollte. Eine Mogelpackung und zugleich eine sozialpolitische Entscheidung, die allerdings die Würde des Menschen eher verletzt. Denn landauf landab leben vom Sammeln bepfandeter Einwegverpackungen Zehntausende von HartzIV-Empfängern, Wohnsitzlosen, Drogenabhängige u.v.m. Was im übrigen der Grund dafür ist, daß unsere Umwelt "sauberer" erscheint.

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Wahlen 2008
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  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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