Samstag, 26. januar 2008 6 26 /01 /2008 11:54

36

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), ein vermutlich großer wie auch stark umstrittener deutscher Dichter, Philosoph und Philologe, postulierte diese Aussage vor mehr als hundert Jahren. Er meinte damit, daß Gott tot sei, weil er und alle anderen Mitmenschen ihn getötet hätten, indem sie die christliche Morallehre nicht mehr geachtet hätten. Was die Morallehre betrifft, da hatte er wohl recht. Denn im 19. Jahrhundert zeigte sich das Großbürgertum beinahe zügellos. Aber letztendlich hatte er Unrecht. Weil. Gott hat nie gelebt. Zumindest nicht der Gott, den die Religion für die Gläubigen bereithält. Sowohl der christliche wie auch der islamische und jüdische Gott ist eine Erfindung von Menschen, die Macht nicht mehr teilen wollten. Ein Grund für den Ein-Gott-Glauben (= Monotheismus). Um diesen einen Gott haben die Manifestierer eine Religion gebastelt, die bereits mehr als zweitausend Jahre lang in die Menschheitsgeschichte hineinwirkt. Mit allen ihren Nachteilen!

Gott hat nie gelebt! Das dachte ich bereits in der 6. Schulklasse, als im Religionsunterricht zum wievielten Male die Frage nach ... aufgeworfen wurde. Und "Religion ist Opium für das Volk", begegnete mir zum ersten Mal in der Auseinandersetzung mit den Werken von Berthold Brecht. Das war damals. Heute gehe ich noch weiter.

Gott hat nicht nur nicht gelebt; nein, er wurde und wird in Form einer monotheistischen Religion auch als Krücke mißbraucht. Stütz' Dich auf diese Krücke, dann wird dir geholfen! So ein Schwachsinn. Ob geistig oder gefühlsmäßig wahrgenommen, spielt dabei keine Rolle. Es bleibt in meinen Augen wie in meinem Herzen wohlgezielter Schwachsinn.

Götter dagegen gibt es dagegen sehr. Aus diesem Grunde waren mir die im Deutschunterricht die alten Griechen mit ihren mystischen Götterwesen einerseits sympathischer, andererseits glaubwürdiger. Das läßt sich durchaus auf den Hinduismus, doch in erster Linie auf die Naturreligionen ausdehnen. Die Vielfalt innerhalb dieser religiösen polytheistischen Weltanschauung bietet eine deutlich größere seelische und moralische Heimat.

Aber vielleicht ist es letztendlich besser, eher an einen Gott als an Götter zu glauben, bevor man an gar nichts glaubt. Ob metaphysisch oder elementarphysisch. Von denen, die an gar nichts glauben, gibt es wahrscheinlich schon sehr viele.

von ein Zaungast - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Samstag, 26. januar 2008 6 26 /01 /2008 11:50

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Die Nukleartechnik ist von Beginn an ein Politikum gewesen und bis heute geblieben. Schließlich diente ihre Entwicklung zunächst militärischem Nutzen; erst später wurde sie auch zivil in Gestalt von Atomreaktoren für die Stromgewinnung genutzt. Aus dem Schatten der Verharmlosungen und Verheimlichungen trat sie bis heute jedoch nie heraus, nicht zuletzt auch, weil anfangs verängstigte, später aufgeklärte kritische Bürger dieser gewaltighaltigen Technik eher ablehnend gegenüberstanden. Weltweit mußten daher mit wenigen Ausnahmen Politik und Atomwirtschaft samt ihrer Lobbyisten in der jüngsten Vergangenheit einlenken und Neubauten von Nuklearanlagen verschieben oder stoppen; in Deutschland wurde gar der Atomausstieg vereinbart.  

Doch vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer global angestrebten CO2-Reduktion erlebt die Nukleartechnik neuerdings wieder Auftrieb, weil sie seitens der Befürworter als "klimaneutral" eingestuft wird. Persönlich bezweifle ich das, weil dabei zuviele Faktoren unberücksichtigt bleiben wie z.B. die riesenhaften Maßnahmen zur Erkundung von Uranvorkommen, deren großflächiger Abbau, Transport etc. Doch an dieser Stelle sollen diese Faktoren nicht weiter thematisiert werden. Vielmehr möchte ich hier auf die Folgen der bislang angewendeten Nukleartechnik erinnern. Ausgelöst wurde mein Vorhaben durch Textpassagen, die ich heute Vormittag in einer offziellen Ausgabe des kasachstanischen Staates mit dem Titel "Kasachstan - Daten, Fakten, Hintergründe" (copyright 2007 Botschaft der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland) zum früheren sowjetischen Atomwaffentestgelände Semipalatinsk lesen durfte. Demnach diente das Gebiet Semipalatinsk im heutigen Kasachstan der Sowjetunion zwischen 1949 und 1989 als Atomtestgelände. Insgesamt wurden dort 470 Atombomben gezündet, die addiert im Vergleich zur Hiroshimabombe einer 1000fach stärkeren Sprengkraft entsprechen. Es folgen nun die erwähnten Textpassagen:

"... Anfang der 90er Jahre wurde eine Studie über die Säuglingssterblichkeit in den an Semipalatinsk angrenzenden Gebieten durchgeführt. Danach stieg sie nicht nur in der ersten, sondern auch in der zweiten Generation. Den Höhepunkt erreichte die Säuglingssterblichkeit in den Jahren 1975 und 1976, als die Kinder verstrahlter Eltern selbst Kinder gebaren. Spätfolgen in der dritten Generation sind nicht auszuschließen. Gegenwärtig liegt die Zahl der Menschen, die von 1949 bis 1965 radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, bei etwa dreißig Prozent der Bevölkerung des Gebiets. Die zweite Generation, 1965 bis 1980 von verstrahlten Eltern geboren, hat einen Anteil von vierzig Prozent an den Einwohnern von Semipalatinsk. Die dritte, nach 1980 geborene Generation stellt rund zwanzig Prozent der Bevölkerung. Insgesamt sind etwa 1,5 Millionen Menschen in Kasachstan verstrahlt." [Anm.: 15,4 Mio Gesamteinwohner] "Seit 1950, ein Jahr nach Aufnahme der Atomwaffentests, erhöhte sich die Kindersterblichkeit um 400 Prozent. Die Lebenserwartung sank im Jahresdurchschnitt um 25 Prozent. Vor Beginn der Versuche waren angeborene Fehlbildungen bei Säuglingen im Gebiet Semipalatinsk nicht häufiger als in anderen Gebieten des Landes. Danach aber stieg die Häufigkeit rapide und erreichte 1962 die Zahl von 212 Mißbildungen bei tausend Neugeborenen. Inzwischen sind 88 Prozent des Atomtestgeländes als ungefährlich ausgewiesen, acht Prozent bedürfen einer besonderen Untersuchung und nur 720 Quadratkilometer sind so stark radioaktiv verseucht, daß sie sich als Agrarland nicht mehr eignen und für den Mensch sogar lebensgefährlich sind." (Zitat S.143/144)

"Die Folgen für die Umwelt waren verheerend, ganze Landwirtschaftsgebiete wurden zerstört. Da es keine Umweltdaten für diesen Zeitraum gibt, läßt sich das tatsächliche Ausmaß der Schäden kaum einschätzen. Die vorhandenen Daten beweisen jedoch die weit über das Gebiet hinausgehende radioaktive Verseuchung. Die radionuklide Belastung von Milch und Fleisch aus den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben überstieg die Norm- und zulässigen Werte um ein Mehrfaches. Das Fehlen eines Überwachungssystems der Umwelt, des Trinkwassers, der Lebensmittel und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse führte zu zusätzlichen Strahlenbelastungen der Bevölkerung."
 (Zitat S.17/18)

"Die ökologischen Folgen der Atomtesta sind noch lange nicht überwunden, gefährdet ist die Gesundheit der Bevölkerung, beeinträchtigt ist die Landwirtschaft und die gesamte Wirtschaft der Region. Radioaktive Rückstände wurden in den Flüssen Tschagan und Aschtschisu, im Balapansee und anderen Gewässern im Gebiet entdeckt. Auf mindestens 4500 Quadratkilometern sind der Boden und die Hydrosphäre verpestet. Über zehn Millionen Curie radioaktive Stoffe sinbd an den unterirdischen Explosionsorten unweit des Irtysch konzentriert. Das Risiko besteht, daß Radionuklide über unterirdische Wasserläufe zum Irtysch gelangen. Neueste Stichproben, die eine erhöhte Tritiumkonzentration in den unweit der unterirdischen Räumen liegenden Bohrlöchern aufweisen, bestätigen diese Gefahr." (Zitat S.19)

Eindrucksvoller können Folgen einer destruktiven Technik nicht aufgezeigt werden. Es gibt schließlich noch ganz andere Belege - und zwar weltweit - für die (langfristige) Zerstörungskraft der Nukleartechnik, obgleich die Befürworter aus Politik, Wirtschaft und Lobbyismus das stets verharmlosen.

Hierzu zählen die weltweit verstreuten Atomwaffentestgelände der Franzosen (Nordafrika, Südpazifik), Briten (Australien), Chinesen, Inder, Pakistani, Nordkoreaner und nicht zuletzt der US-Amerikaner (Nevada, Süd- und Zentralpazifik). Die Folgen dürften sich nicht sonderlich von denen weiter oben geschilderten unterscheiden. Die Amerikaner haben es im Rahmen ihrer Tests sogar fertiggebracht, nicht nur zehntausenden Menschen ihre Heimat (z.B. Bikini-Atoll) zu rauben, sondern sie zudem unter einer dicken Betondecke eingekapselt für lange Zeit verseucht und unbewohnbar zu hinterlassen.

Hiroshima und Nagasaki, die beiden japanischen Orte, auf denen die us-amerikanische Air Force im zweiten Weltkrieg erstmals Atombomben abgeworfen hatte, sind immer noch radioaktiv belastet.

Tschernobyl 1984 wirkt bis heute nach. Neben tausenden von Soforttoten, siechte bis zum Tod und siecht bis heute ein Vielfaches an Menschen in einem erbärmlichen Gesundheitszustand nur so dahin. Fehl- und Mißbildungen treten auch heute noch auf. Die Kernzone in einem Umkreis von 60 km (!) gilt heute noch als sichere TODESZONE. Trotzdem wird das Atomkraftwerk nach wie vor betrieben. Die Ukrainer wollen scheinbar auf diese Stromgewinnung nicht verzichten. Dabei brauchen viele radioaktiv belastete junge Menschen dringend Entlastung vor solchen Strahlen. Seit damals sorgt ein in Westeuropa angeregtes Netz dafür, daß solche Jungen und Mädchen einen befristeten Erholungsurlaub in Westeuropa genießen können. Aber Tatsache bleibt auch, daß die radioaktive Verseuchung damals weite Teile Europas erfaßt hat. So ist heute noch in Deutschland der Verzehr bestimmter Pilzarten nicht angeraten. Finnland, Schweden, Polen, Tschechien und die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei spüren heute noch - wenn auch in  abgeschwächter Form - die Nachwirkungen des damaligen GAU.  

Weit weniger bekannt oder verdrängt ist, daß in den USA der späten 70er Jahre bereits der erste bekannte GAU (!), also ein paar Jahre früher, stattgefunden hat. Ich kann mich noch gut an die sehr kurze Nachrichtenmeldung im Fernsehen erinnern. Die Region um das us-amerikanische Atomkraftwerk "Three Mile Island" bei Harrisburg gilt seither als unbewohnbar. TODESZONE! Damals sind in der Folge zahlreiche Menschen sofort gestorben oder über Jahre hinweg genauso jämmerlich krepiert an den Strahlenschäden wie Jahre später in der ukrainischen Sowjetrepublik. Auch hier traten und treten Miß- und Fehlbildungen auf.

Wieviele GAUs haben in der Zwischenzeit noch ohne Wissen der Öffentlichkeit stattgefunden; vor allem in der Frühzeit, als den Menschen von den Behörden noch suggeriert wurde, daß ein einfaches Dach aus Zeitungspapier vor radioaktivem Niederschlag schützen würde.

Nach diesen Fakten wirkt die Tatsache, daß es weltweit Hunderte von Atomreaktoren mit der höchsten Dichte in Japan, Europa und im Osten der USA gibt, erst richtig bedenklich. Ob Windscale (England), Cattenom (Frankreich), Leibstadt (Schweiz), Doel (Belgien), Loviisa (Finnland), Krsko (Slowenien), Vandellòs (Spanien), Paks (Ungarn), Forsmark (Schweden), Temelin (Tschechien), Kola (Rußland), Latina (Italien), Cernavodâ (Rumänien), Ignalina (Litauen), Bohunice (Slowakei), Borssele (Niederlande), Kosloduj (Bulgarien), Biblis, Obrigheim, Isar 1 und 2, Krümmel (alle Deutschland), Point Lepreau (Kanada), Mcguire, Crystal River und Clinton (alle USA), Laguna verde (Mexiko), Atucha (Argentinien), Angra (Brasilien), Mezamor (Armenien), Ling'ao (China), Rajasthan (Indien), Chashma (Pakistan), Buschehr (Iran), Fukushima Daiichi (Japan), Wolsong (Südkorea), China Chan (Taiwan) und Koeberg (Südafrika); überall ist die Strahlenbelastung und die Verseuchung erhöht. Rund um das norddeutsche Geesthacht an der Elbe wurde jahrelang ein erbitterter Gutachterstreit ausgetragen, ob das nahgelegene AKW Krümmel für die erhöhte Zahl leukämiekranker Säuglinge verantwortlich sei oder nicht. Kürzlich widerlegte endlich eine großangelegte Studie, die mehrere AKW-Standorte umfaßte, die Behauptungen der AKW-befürwortenden Gutachter (was Wunder!!!), die gesundheitsschädlichen Folgen seien wahrscheinlich auf natürliche Ursachen zurückzuführen.

Doch der schleichende Tod durch strahlende Verseuchung scheint angesichts der Klimadiskussion nicht aufzuhalten sein. Mehrere Länder erklärten bereits, sie wollten auf Atomkraft weiterhin oder jetzt setzen, ungeachtet der unkalkulierbaren Risiken und unsicherer Standorte wie Erdbebengebiete (!?) Na, prost, fällt mir dazu nur noch ein. 


von ein Zaungast - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Naturtipps
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 15:01

34

Die Russen drehen mal wieder an der Uhr, nicht wahr? Schaut, und wie sie drehen! Allerdings, das tun andere auch; und nicht minder schwungvoll. Was die Russen diesbezüglich betrifft, ist es nur die halbe Wahrheit. 

Denn lasse ich einmal die natürliche Paranoidität, die speziell jede Großmacht verfolgt, und die Gestörtheit Putins und seiner Hintermänner außer Acht, gibt es für deren Verhaltensänderung durchaus nachvollziehbare Gründe.

Wer wie die Noch-Weltmacht USA in Zeiten der konsolidierenden Schwäche seinen Partner innerhalb einer Dekade durch Nato-Ost-Erweiterung und Raketenschutzschild direkt bis vor die Haustür in die Enge treibt, der darf sich nicht wundern, daß die Russen einseitig die Aufhebung des Rüstungsstops in Europa erklären.

Weitere Faux-Pas stellen die rasante EU-Osterweiterung sowie das fragwürdige Eintreten für die wahrscheinlich einseitige Loslösung des Kosovos von Serbien - u.a. einem Kernland panslawistischer Weltanschauung. Hinzu kommen die stationierten und teilweise kämpfenden US-Truppen in Westeuropa und Zentralasien. 

Der schwelende Zwist um und die besondere Bedeutung des Kosovo gewinnen weltpolitisch immer mehr Eigendynamik. Daß die Russen daraufhin ausdrücklich betonen, sie hätten ein Recht auf den atomaren Erstschlag, wenn ihre Interessen gefährdet seien, ist zu vergleichen mit dem Rasseln der Klapperschlange, bevor sie auf einen Ignoranten zustößt. Es ist für die ganze Welt ein gefährliches Spiel, was die Amerikaner mit den Russen treiben.

Die Amerikaner wären gleichfalls sehr gut beraten, auf ihre europäischen Nato-Partner zu hören, die einem raschen Beitritt der Ukraine und Georgiens in das westliche Militärbündnis skeptisch gegenüberstehen. 

Es bleibt daher nur zu hoffen, daß der neue US-Präsident oder US-Präsidentin einen Kurswechsel vollzieht, was nicht bedeuten soll, jegliches Einmischen in russischen Einflußsphären wie damals während der ukrainischen orangen Revolution, sich von vornherein zu verbieten. Selbst Kritik an Tschetschenien darf auch sein - nur nicht gleich heute!

Das Ost-West-Verhältnis war stets eine sensible Beziehung und hat in der Vergangenheit arg gelitten. Zum einen geht es teilweise auf die Ambitionen Putins und seiner Gefolgsleute, aber überwiegend auf die Cowboypolitik der USA und deren Verbündeten zurück. Jedenfalls, das Verhältnis ist belastet und damit ungleich gefährlicher als zu Zeiten den "Kalten Krieges", weil die Welt durch Nuklearstaaten wie China, Indien, Nordkorea, Pakistan und Israel machtpolitisch deutlich polarer geworden ist.

Ein Pulverfaß steht bereits im Kosovo. Wer den Deckel abhebt, muß wissen, daß ein Funke genügen könnte.



von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 14:49

33

Eine ganz berechtigte Frage taucht heutzutage häufiger auf. Woran denken Sie zuerst, wenn Sie von organisiertem Verbrechen hören?

Persönlich bin ich mir da eben nicht mehr ganz so sicher, ob mir da Al Capone zuerst in den Sinn kommt oder doch die Gesichter unserer Politikerinnen und Politiker, Managerinnen und Manager, Großgrundbesitzerinnen und Großgrundbesitzer und Mitgliederinnen und Mitglieder der High-Society.

Also, das Antlitz von Hartmut Mehdorn oder Dr. Dieter Hundt verursacht bei mir doch mehr Magenkrämpfe als das vom alten Mafiapaten. Den hat schließlich die (korrupte) Justiz eingelocht. Aber bei diesen zutiefst sozialen Menschen von heute, wer schenkt denen mal zwei Jahre ein.



 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Visionen
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 14:21

32

ICH! ICH! ICH! Nur ICH! ICH zuerst! I'M FIRST! ÖSTERREICH ZUERST! Das ICH gewinnt seit Jahren an Fans. Will ich aus der S-Bahn aussteigen, versperren mir eine Menge ICH-Deppen den Weg. Im Straßenverkehr drängeln sich die unzähligen ICHs selbst auf Kosten eines eventuellen Unfalls noch im letzten Moment vor. Reißverschlußverfahren, schon mal gehört? Ja, aber ICH laß dich nicht rein. Wer will was geschenkt haben? ICHHHHHH. Vor der Bäckereitheke wartend kommt von hinten das ICH und will schon bestellen. HALT!!! Bis hier hin und nicht weiter! Ach, entschuldigen Sie, aber ICH habe Sie wirklich nicht gesehen. Man erlebt es am eigenen Leibe oder beobachtet als Dritte wie andere es erleiden müssen. Egoistischer Alltag in Deutschland. Doch das ICH macht sich breit; überall; hemmungslos. Und das ICH ist übertragbar, erweiterbar. Es beobachtet mich durch Videokameras, lauscht in mein Schlafzimmer, schnüffelt auf meiner Festplatte herum. Bald muß ich fürchten, daß ich beim Kotieren auch gefilmt werde. Denn das ICH will alles haben und alles zuerst wissen.

So ist es verständlich, daß mir das ICH allmählich zum Halse raushängt. Ich kann es nicht mehr ertragen, dieses ICH. Habe ich mich damals bei den Straßenwerbern geweigert, Scientology-Mitglied zu werden, um heute erleben zu müssen, daß fast die gesamte Gesellschaft, neuerdings auch der Staat zu einem rücksichtslosen scientologisierten ICH ohne Mitgliedsausweis degeneriert ist?


von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Wahlen 2008
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 13:28

31

... wächst ungehemmt. Seit dem "siecle des lumières" hat sich die Erdbevölkerung um ein Vielfaches vermehrt, was wohl auf den Fortschritt durch wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Gebieten der Medizin, Landwirtschaft, Energiegewinnung etc. zurückzuführen ist. Doch mittlerweile haben wir die Schwelle von sechs Milliarden Menschen trotz zahlreicher Kriege, Hungersnöte, Seuchen etc. überschritten. Das Tempo des Wachstums nimmt beständig zu und allmählich erinnert mich die Entwicklung an ein früheres Experiment im Biologieunterricht. Wir haben in einem begrenzten Medium (Petrischale + Nährflüssigkeit = Erde) eine bestimmte Anzahl von Bakterien (= Urmenschen) bei konstanter Temperatur (= Weltklima) sich selbst uneingeschränkt vermehren lassen, dabei regelmäßig eine Bestandsaufnahme unternommen. Was passierte? In der Anfangsphase war das Wachstum sehr gering, die anschließende Vermehrungsphase zeigte ein stetig zunehmendes, also schneller werdendes Bakterienwachstum (!!!) bis zu dem Zeitpunkt, ab dem die konstante Phase erreicht wurde. Die Bakterien vermehrten sich also im gleichen Maße wie sie starben, verursacht durch ein Gleichgewicht von Nährflüssigkeit und giftigen Abfallprodukten. Anschließend folgte die letale Phase, in der quasi auf einem Schlag alle Bakterien abstarben.

Demnach befinden wir uns Menschen also noch in der Vermehrungsphase. Doch wie weit ist die konstante Phase entfernt? Beginnt sie gerade jetzt, im Jahr 2008, in zehn oder hundert oder doch erst in tausend Jahren?

Auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Dazu zählen Ackerland, Wasser, Luft u.a. Handeln wir wider jeder Vernunft? Die Chinesen haben es mit einer restriktiven 1-Kind-Politik versucht. Sie sind am Menschen gescheitert. Warum haben bis heute nur die Chinesen eine Begrenzung versucht? Wem könnte etwas daran liegen, daß sich die Menschen weiterhin vermehren?

Mir fällt nur eine einzige Antwort ein. Den Befürwortern unseres Wirtschaftssystems, das einzig und allein vom Wachstum abhängig ist. Denn Wachstum ist das Schlüsselwort. Denn nur Wachstum verspricht die Sicherstellung einer Verzinsung. Die Verzinsung (Zinsen im engeren Sinne oder Spekulationsgewinne) anlagebereiten Kapitals.

Wozu werden Zinsen und Spekulationsgewinne verwendet? Nun, sie werden reinvestiert in neue flexible Kapitalanlagen und in Immobilien. Ziel ist, viel Grundbesitz zu erwerben. Hier läuft weltweit ein Konzentrationsprozeß ab. Denn privater Grundbesitz läßt sich umzäunen, bewachen, verteidigen. Darauf kann sich der Eigentümer zurückziehen. Unerwünschte und Habenichtse ausschließen!!!

Was ist mit plötzlichen Einschnitten wie Kriegen? Kriege haben nur die zu fürchten, die nichts besitzen oder ihr Kapital in Wertpapiere investiert haben. Denn Wertpapiere verlieren i.d.R. ihren Wert, z.B. durch eine Inflation (= Geldentwertung). Außerdem sind Kriege aus betriebswirtschaftlichem Sinn durchaus willkommen, sofern sie nicht allzu lange dauern und damit das Wirtschaften (= Verzinsung) verhindern. Kriege verursachen daher bei denen, die über viel Grundbesitz verfügen, keine nennenswerten Sorgenfalten? Eher im Gegenteil. Sie gewinnen auch hierdurch. Die Toten verlängern nämlich die Vermehrungsphase, die Zerstörungen sorgen für neues Wirtschaftswachstum. Schließlich muß wieder aufgebaut werden. Wer also bereits über viel Grundbesitz verfügt, der wächst mit dem neuerlichen Wirtschaftswachstum. Die Befürworter unseres Wirtschaftssystems kennen keine Scham, kein Gewissen, keine Verantwortung und keine Gnade.

Deshalb darf die Erdbevölkerung auch wachsen, wachsen und ...

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Donnerstag, 24. januar 2008 4 24 /01 /2008 12:54

30

Der mdr ist eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Seine Fernseh- und Radioprogramme sind in Nordwest-Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Südwest-Brandenburg und Sachsen zu empfangen. D.h., das Sendegebiet erstreckt sich somit bis zur deutsch-polnischen Staatsgrenze und wahrscheinlich auch noch geringfügig darüber hinaus. Nehme ich geographische Kriterien zur Hand, dann liegt mehr als 60% des Sendegebiets allein im ostdeutschen Raum, der Rest teilt sich auf zwischen Norddeutschland und Mitteldeutschland. Warum nennt sich dieser Sender von der ersten Sekunde an also "Mitteldeutscher Rundfunk"?

Will dieser Name uns zu verstehen geben, daß östlich vom mitteldeutschen Rundfunk noch etwas Deutsches ist? Quasi als Erinnerung an verlorengegangene Gebiete, z.B. Schlesien? Es soll nach wie vor eine Menge Deutscher geben, die das Gebiet östlich der Oder als urdeutsches Territorium betrachten.

Tatsache ist, daß das deutsch-polnische Verhältnis von der Vergangenheit bis in die Gegenwart als belastet gilt. Das ist auch kein Wunder, nachdem was in mehr als 1000 Jahren zwischen diesen beiden Völkern vorgefallen ist - vor allem aus polnischer Sicht ist das Verhältnis arg getrübt. Kascinski her, Kascinski hin. Auch heute hegen viele Deutsche Ressentiments gegen Polen, und das Wissen voneinander ist hüben wie drüben  beschränkt. Leider liegen hierzulande den meisten Länder wie Spanien, Griechenland oder die USA näher als das direkte Nachbarland im Osten. 

Um nochmals auf den mdr zurückzukommen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Nichts ist für die Ewigkeit. Das gilt leider auch für den Frieden. Und wer weiß, Erika Steinbachs gibt es derer viele. Also, ihr Polen, seid auf der Hut und beoachtet genau, was in Deutschland passiert!

 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Mittwoch, 23. januar 2008 3 23 /01 /2008 12:40

29

Dieses häufig zitierte Sprichwort beschreibt kurz und prägnant das Verständnis unserer menschlichen Welt. Jedenfalls höre ich diesen Ausspruch stets im Zusammenhang mit Ereignissen, die eine große politische oder wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Aber regiert Geld wirklich die Welt? Ist es nicht eher ein Ersatzmittel, quasi eine Droge gegen die Ängste dieser Welt? Wer schließlich ausreichend Geld besitzt, muß keine Angst haben vor Krankheiten. Denn er kann sich einen (guten) Arzt und bei Bedarf hochwertige Behandlungsmethoden leisten. Einsamkeit im Alter? Keine Freunde? Kein Problem. Ein fahrbarer Untersatz, falls erwünscht, steht bereit. Der Tisch ist stets reichlich gedeckt, die Bude bleibt warm (mag vielleicht auch der Golfstrom abgesunken sein) ... der Urlaub ist auf Jahre hinaus gesichert. Wo liegt also das Problem?

Wie bitte? Sie haben heute schon nicht mehr genug Geld, um die GEZ zu bezahlen. Dann sind ihre Ängste absolut verständlich: Obendrein (fast) arbeitslos, eine unbezahlbar gewordene Wohnung, vergiftete LIDL-Nahrung, die Scheidung steht bevor. Alles Lebensnotwendige droht Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand zwischen den Fingern zu rieseln. Sie finden kaum noch Schlaf, Albträume begleiten sie. Sie befinden sich in einer unheimlichen Zwickmühle.


Der Wert des Geldes hängt bekanntlich vom Vertrauen der Leute ab. Falls dieses Vetrauen schwindet oder gar erlischt, besitzt Geld lediglich nur noch den Wert seines Materials. Selbst eine 1-Cent-Münze ist dann mehr wert als die heutige 200 Euro-Banknote. Kurios? Gar nicht. In Rumänien beispielsweise galten unter Ceaucescu für eine gewisse Zeit (westliche) Zigarettenpackungen mehr als die Landeswährung Leu. Warum sollte das nicht auch in einem größeren Maßstab, z.B. mit MegaBioMöhren (!) oder Quellwasser möglich sein.

Schließlich sind es die Ängste, nicht das Geld, die die Welt regieren. Die Lösung für manche Probleme liegt daher sehr nah. Es braucht aber ein wenig Kreativität. 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Dienstag, 22. januar 2008 2 22 /01 /2008 18:24

28

GewaltKonflikte

Wer Gewalt sät
Der wird Gewalt ernten!

Wer lebensunwichtiges
Eigentum mit Gewalt verteidigt
Dem wird steigende
Gewaltbereitschaft
Angetan.

Niemand
stiehlt oder raubt
Aus Spaß und
Dollerei

Wer keine Gewalt sät
wird Konflikte zwar nicht verhindern
Aber auch keine Gewalt ernten

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte belletristisch - Community: Gedichte
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Dienstag, 22. januar 2008 2 22 /01 /2008 15:03

27

Jeder Vertrag basiert letztendlich auf die Verarbeitung von dinglichen Stoffen. Mag er noch so abstrakt sein.

Auf einer Tauschbörse geben Sie Ihren alten Kinderwagen gegen ein altes Radio ab. Ware gegen Ware.

Kaufen Sie sich morgens beim Bäcker ihre Brötchen, dann geben Sie der Verkäuferin das Geld und im Gegenzug erhalten Sie die Brötchen überreicht. Nun, Brötchen bestehen aus Mehl, Wasser etc., das Geld aus Metall. Das dürfte soweit klar sein. Ware gegen Bargeld. 

Beim Juwelier entscheiden Sie sich für den Kauf eines wunderschönen Ohrrings aus Feingold mit jeweils einem Smaragd. Sie legen die Kreditkarte zur Bezahlung auf den Tresen. Einmal RitschRatsch und der Vertrag ist abgeschlossen. Ware gegen Plastikgeld.

Ihre Hausbank macht Ihnen ein besonders günstiges Angebot. Sie können Anteile an einem Immobilienfonds spektakulär günstig erwerben. Hier wird es bereits etwas komplizierter, denn die Anteile bekommen Sie nicht ausgehändigt, aber Ihrem Depotkonto gutgeschrieben. Zugleich wird Ihr Girokonto belastet. Wertpapiere (Ware) gegen Buchgeld.

Auf Ihrer Urlaubsreise im fernen Buenos Aires wechseln Sie bare Euros gegen bare Landeswährung. Bargeld gegen Bargeld.

Die Aktienkurse sind nach Jahren der Hausse urplötzlich abgestürzt. Ihnen drohen enorme Kursverluste. Sie verkaufen zähneknirschend mit Verlust, weil Sie die Hypothek auf Ihrem Haus bedienen müssen. Wertpapiere (Ware) gegen weniger Buchgeld. Um das Loch zu stopfen, müssen Sie fortan mehr arbeiten, also schneller und mehr produzieren (lassen).

Während Sie diese Beispiele lesen, tauchen bei Ihnen bestimmt Fragen auf. Zum Beispiel: Was soll das? oder: Wieviele Bäume, Kohle und Metalle müssen der Erde entnommen werden zur Gewinnung von Energie und dessen Einsatz für Verarbeitung, Produktion und Transport der genannten Waren (inklusive Geld)? Wieviele Bäume, Kohle und Metalle müssen der Erde zusätzlich entnommen werden, um Verluste auszugleichen?  

Dabei wächst die Menschheit Tag für Tag ungebremst.
Gut für das Wirtschaftsleben!

Dingliche Stoffe sind endlich!
Schlecht für die Wirtschaft!

Was ist gut für die Menschheit?

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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über diesen Blog

  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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