Mittwoch, 16. januar 2008 3 16 /01 /2008 14:38

15

Vor einigen Jahren (ca. 1999) tötete in Hamburg ein sogenannter "Kampfhund" einen Kleinjungen auf der Rasenfläche eines Parks. Ob der Hundehalter zur Rechenschaft gezogen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch in der Folgezeit entbrannte vor allem eine Diskussion über die verschiedenen Hunderassen, die als Kampfhunde einstufbar seien. Ferner gab es zahlreiche Vorschläge für die Behandlung von Hunden im allgemeinen; diese reichten vom völligen Halteverbot bis zum Maulkorbzwang. Monate später versachlichte sich die Diskussion ein wenig, weil die Protagonisten merkten, daß z.B. auch Schäferhunde als Kampfhunde gelten könnten. Gerade in Deutschland ein heikles Thema angesichts der vielen Schäferhundvereine und Polizeischulen. Zwar war und bin ich kein Hundehalter, doch eines fiel mir damals schon auf. Seltsamerweise gerieten die betreffenden Menschen nie in das Hauptblickfeld der Diskussionen. Dabei sind doch gerade sie, die Erwachsenen, für unser liebstes Haustier verantwortlich. Als Züchter, Erzieher oder Ausbilder und als Hundehalter. Gibt es für alle Hundehalter die Verpflichtung, einen Hundeführerschein zu erlangen? Nein! Schließlich gibt es sogar Dackel, welche bekanntlich nicht zu den Kampfhunden gehören, die bereits in der Vergangenheit Menschen totgebissen haben. Zwar im Schlaf, aber danach fragt der Tod nicht. Charaktertest für Hundezüchter? Hundehalterverbot für gewalttätige und psychisch labile oder erkrankte Menschen? Fehlanzeige. Seither gab es immer wieder Bißunfälle oder tötliche Attacken von (Kampf)Hunden. Doch die erwachsenen Hundehalterinnen und Hundehalter blieben und bleiben weiterhin völlig ausgeblendet. Statt Vorbeugung erfolgt, wenn überhaupt, nur nachträgliche Bestrafung.

Vor Jahren (ca. 2000) gab es in München einen dreizehnjährigen Jungen namens Mehmed, der durch zahlreiche Strafdelikte aufgefallen war. Aufgrund seines Alters war er nicht strafmündig. Die Eltern wurden offenbar nicht zur Rechenschaft gezogen; auch nicht andere Erwachsene, die mit dem Jungen Umgang pflegten wie z.B. SchullehrerInnen, Sporttrainer, Jugendamtspersonal, Angestellter sozial-pädagogischer Einrichtungen etc. Schließlich muß es Ursachen für Mehmeds Verhalten gegeben haben. Fehlanzeige! Die erwachsenen Verantwortlichen (jetzige Ministerpräsident und frühere Innenminister der CSU, Beckstein; Ausländerbehörde) hatten nichts Eiligeres zu tun als einen minderjährigen Menschen in das Land seiner Eltern abzuschieben, obwohl er dorthin keine familiären Kontakte besaß und nicht einmal die türkische Sprache beherrschte. Was für eine menschenverachtende Bestrafung.

Vor Jahren (ca. 2003) wurde ein achtjähriger Junge dabei "erwischt" wie er an einem jüngeren Mädchen Doktor spielte. Tatort: USA. Die Eltern des Jungen, Schweizer, flohen angesichts der aufgeheizten Stimmung erst einmal aus dem Land. Die Justiz hatte nichts Besseres zu tun als einen Achtjährigen zu erwachsenen, zum Teil Schwerverbrechern einzusperren. In oranger Anstaltskleidung. In Hand- und Fußfesseln. Irgendwann erkannte die amerikanische Justiz, daß die Vorwürfe des sexuellen Mißbrauchs haltlos waren. Der Junge wurde nach wochenlanger Haftzeit entlassen. Was er wohl dort erlebt haben mag?

Vor Tagen (2008) begann in einigen Bundesländern der Landtagswahlkampf. In Hessen profiliert sich ein krimineller Ministerpräsident mit NPD-Parolen und fordert für straffällig gewordene Jugendliche, v.a. für ausländische Jugendliche und Jugendliche mit Einwandererhintergrund, härtere und erweiterte Strafen. Als er Rückendeckung von der eigenen Parteibasis erhält, verschärft er seine Forderungen, in dem er auch Kinder - also jünger als 14 Jahre - miteinbeziehen will.

Heute las ich, daß in Mexiko ein siebenjähriger Junge seine vierjährige Schwester beim Räuber-und-Gendarm-Spiel mit der Schußwaffe seines Vaters erschossen hat. Die Waffe lag auf dem Küchentisch. Wieviele Jahre werden wohl noch vergehen, bis in einem ähnlichen Fall das Kind statt der Erwachsene zur Rechenschaft gezogen werden soll. Zehn? Fünf?

 

 

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Dienstag, 15. januar 2008 2 15 /01 /2008 14:51

14

Es bedarf wahrlich keines Hellsehers, um die Zukunft in groben Zügen zu erkennen. Ein bißchen Rechenkunst und gesundes Einfühlungs- und Urteilungsvermögen offenbaren jedem, der es will, daß die kommenden Zeiten spürbar rauher werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nur noch scheinbar Weltmacht Nr. 1. Staaten wie Rußland, China oder Indien rücken vehement nach und sorgen für einen angeheizten Wettbewerb. Die militärische Rüstung wird allerorten hochgefahren. Doch einzig glaubwürdig erscheint mir vor diesem Hintergrund nur Indien. Wahrscheinlich wird mir in diesem Punkt die Zukunft das Gegenteil beweisen. Hinzu kommen die nuklearen Wackelkandidaten Israel, Nordkorea, Iran und Pakistan, welche die Welt - besonders vor dem Hintergrund eines Einflußes ideologisierter Fanatiker - bestimmt nicht sicherer machen.

Religiöser Fundamentalismus und Fanatismus breiten sich stetig aus; nicht nur bei Moslems, sondern auch bei Christen, Juden und Hindus. Demokratische Gesellschaften entziehen sich diesem Trend nicht. Die Religionszugehörigkeit artet in bewaffnete Konflikte aus; die ersten Toten sind bereits zu beklagen - noch überwiegend in der islamischen Welt, aber infolge von laufenden Terroranschlägen auch sonstwo in der Welt.

Der Kampf um Rohstoffe ist schon längst entbrannt. Bereits der erste Golfkrieg stand unter dieser Direktive. Wäre dies nicht der Fall gewesen, dann hätte Saddam Hussein schon damals seine Macht eingebüßt. Doch er wurde in Ruhe gelassen. Es folgten kriegerische Konflikte in Westafrika (Diamanten), im Kongo (Metalle, Holz etc.), Irak (Öl) sowie handelspolitische Konflikte wie die Sperrung der Öl- und Gaszufuhr Rußlands gegenüber der Ukraine und Weißrußlands. Wasserressourcen werden weltweit nationalisiert durch Talsperren- und Kanalbau.

Die Politik in den einzelnen Ländern nationalisiert bzw. ethnisiert sich zusehends. Grenzen werden wieder errichtet oder ausgebaut. Warenaustausch wird nur noch eingeschränkt erfolgen (Protektionismus). Manche Staaten werden daher auseinanderbrechen. Darüberhinaus werden Minderheiten bestenfalls ausgegrenzt, vermutlich verfolgt, schlimmstenfalls vertrieben oder ermordet.

Die Weltwirtschaft wird in den kommenden Monaten und Jahren, ausgelöst durch die Hypothekenkrise in den USA, extrem leiden. Steigende Weltmarktpreise für Öl, Gas, Kohle und andere Rohstoffe sowie aufkommender Protektionismus werden zusätzlichen Druck auf die Wirtschaft ausüben. Der Privatisierungswahn wird eine zusätzliche Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung darstellen. Überschuldungen, zunehmende Arbeitslosigkeit, Armut und Flüchtlingsströme werden überall drastische Folgen sein.

Der vom Menschen angestoßene und sich stetig beschleunigende Klimawandel wird weltweit für eine ungeahnte Verschärfung der Versorgungslage und für eine Verknappung an Siedlungsfläche sorgen. Bangladesh ist ein Staat, der schon vor 20 Jahren zeitweise ganz unter Wasser stand, weil es größtenteils unter dem Meeresspiegel liegt. Wohin werden 200 Millionen Bangladeshi fliehen, wenn ihr Land permanent unter Wasser steht? Was wird diese Flüchtlingswelle anstoßen? Eine weitere, noch größere womöglich? Wie lösen Menschen ein langandauerndes Dürreproblem? Oder wo Böden unter sintflutartigen Regenfällen großflächig erodieren? Es kommt sicher Bewegung auf.

Da die meisten Menschen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben, sie schlichtweg verharmlosen oder ignorieren, werden zwangsläufig dramatische Veränderungen erfolgen. Wozu bzw. wohin allein nur die erwähnten Veränderungen konkret führen werden, das weiß ich nicht. Schließlich können Tendenzen und Strömungen gegenläufig sein und sich damit teilweise ausgleichen, sie können sich aber genausogut auch überlagern oder gegenseitig verstärken. Doch eines ist gewiß: Die kommenden Jahrzehnte werden eine äußerst unruhige und unselige Zeit. Weltweit. Auch direkt vor unserer Haustür. Womöglich ausgetragen im eigenen Heim. Wie und ob überhaupt die menschliche Welt diese Veränderungen überstehen wird, das bleibt womöglich abzuwarten. Aber frei nach Goethe läßt sich sagen; wir können behaupten, dabei gewesen zu sein.

 

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Dienstag, 15. januar 2008 2 15 /01 /2008 11:23

13

In Deutschland existiert ein besonderes Phänomen. Die Angelsachsen bezeichnen dies als "german angst". Die Bedeutung ist so spezifisch, daß sie also dafür keine entsprechende Bezeichnung in ihrer Sprache gefunden haben. Das ist sehr bemerkenswert. Was aber erfaßt nun "german angst"?

Ängste gibt es derer viele. Es gibt die Angst vor zu engen Räumen, Höhen, Tieren aller Art, Geschwindigkeit, Tiefenangst etc. Alles sehr konkrete Ängste (Phobien), vor denen sich aber auch Einzelpersonen anderer Nationalitäten fürchten. Das dürfte also unter "german angst" nicht verstanden sein. Dann gibt es Ängste, die durch Leistungsansprüche verursacht werden, z.B. Prüfungsangst. Prüfungen gibt es weltweit, und die Angst zu versagen daher auch. Das ergibt also auch kein Unterscheidungsmerkmal. Wenn wir dagegen zu dem Bereich soziale Ängste vorstoßen, dann kommen wir der Sache schon näher. Im Zusammenhang mit Fremden tun sich die Deutschen mehrheitlich sehr schwer. Schwerer als es bei Einwohnern anderer Länder zu beobachten ist. Alles was unbekannt ist, deutlich vom Aussehen oder den eigenen Sitten abweicht, wird grundsätzlich abgelehnt. Doch das allein kann noch keine Angst begründen.

Vielleicht hilft zur Klärung der oben angeführten Frage der Blick auf zwei wichtige Faktoren. Zum einen wäre da die geographische Lage zu berücksichtigen. Der ursprüngliche Siedlungsraum der deutschen Vorfahren, nämlich der Germanen, in Europa weicht nicht wesentlich von der heutigen Lage ab. Zentraleuropa! Zum anderen sei die Historie erwähnt. In den ersten Jahrzehnten nach Christus sorgten die Römer für Unfrieden, bis sie in der berühmten Varusschlacht vernichtend geschlagen wurden. Danach herrschte in bezug auf potentielle Angreifer relative Ruhe. So verstanden es die Germanen frühzeitig, ihr neues Siedlungsgebiet im Herzen Europas zu sichern und v.a. gen Osten auszuweiten - zum Teil auf sehr brutale und rücksichtslose Weise (z.B. gegen die Slawen). Jahrhundertelang gab es diesbezüglich keine Rückschnitte. Die aufkommende Gefahr seitens der Moslems wurde bereits im zentralen Frankreich gebannt. Zur Jahrtausendwende waren es dann die Ungarn, die das mittlerweile östliche Reichsgebiet bedrohten, aber zurückgeschlagen werden konnten. In der Folgezeit gab es hin und wieder Durchzüge von kleineren Heerscharen, was mit der Machtverteilung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen zu tun hatte. Der französische Sonnenkönig zog mit seinen Truppen über mehrere Jahre durch das Reichsgebiet bis nach Mainz. Abgesehen davon blieb das deutsche Reichsgebiet bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) weitgehend unverletzt. Doch jene drei Jahrzehnte veränderten die Welt der "Deutschen" erheblich. Dreißig Jahre lang zogen Söldnerheere kreuz und quer durch Deutschland und verwüsteten Dörfer und Städte. Spanier, Italiener, Franzosen, Bayern, Holländer, Tschechen, Böhmen, Polen, Habsburger, Schweden etc. waren überall im Reichsgebiet unterwegs. Manche Landschaften wurden infolge von Kampfhandlungen und Plünderungen geradezu entvölkert. In den folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder Heeresbewegungen anderer Nationen innerhalb Deutschlands. Zwischen 1803 und 1815 sorgten die Franzosen und ihre Verbündeten unter ihrem Kaiser Napoleon Bonaparte für die erste echte Besatzungszeit. In dieser Periode war das Erscheinen und Durchziehen fremder Heere fast schon alltäglich. Österreicher, Ungarn, Franzosen, Russen, Briten, Spanier, Italiener, Holländer etc. waren entweder Freund oder Feind. Bis 1918 erlebten die Deutschen dann keinen Durchzug fremder Heere mehr. Erst ab 1918 besetzten Franzosen, Briten, Belgier und Polen punktuell deutsches Reichsgebiet (infolge des verlorenen ersten Weltkriegs). Ab 1945 wiederholte sich das flächendeckend durch kanadische, australische, französische, britische, amerikanische, russische etc. Armeeinheiten. Ungeachtet der eigenen aggressiven Vorgehensweise und Expansionsbestrebungen haben die Deutschen Fremde im eigenen Land und in einer Gruppenstärke von mehr als zehn Menschen als potentielle Bedrohung erfahren. Offenbar haben sich diese historischen Ereignisse ins kollektive Unterbewußtsein quasi eingebrannt, Vorurteile verursacht, und einen Zustand herbeigeführt, der ungeachtet einer konkreten Bedrohung an Lebewesen denken läßt, die unter einem Joch leben. Die allgemeine Lebenskraft bleibt dabei individuell unterschiedlich latent geschwächt. Das bezieht sich nicht nur auf fremde Menschen, sondern auch im übertragenen Sinne auf alles Fremde oder besser: Neue (Ideen, Sitten, Geisteshaltungen etc.). Meiner Auffassung nach erklärt dieser Ansatz sehr eindrücklich den Begriff "german angst".

Die aber weitaus interessantere Frage lautet in diesem Zusammenhang hingegen: Wie antworten die Deutschen auf "german angst"? Nach meinen langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen kann ich sagen, sie reagieren mehrheitlich mit mehr oder weniger strikter Ablehnung, insbesondere was fremde Menschen oder Ideen betrifft. Das in wenigen Jahrzehnten aufgebaute Obrigkeitsdenken (historisch gewurzelt zwischen 1795 und 1848) trägt zu einer weiteren Besonderheit der Deutschen bei. Solange sie sich nämlich ihrer Mehrheit nicht sicher sind, solange schweigen sie und äußern ihre Meinung eher vorsichtig umschrieben oder hinter vorgehaltener Hand. Doch wehe, wenn sie sich ihrer zahlenmäßigen Stärke bewußt sind bzw. werden. Dann ist kein Halten mehr! Aufgestaute Ressentiments entladen sich urplötzlich. Die sich dann in Bewegung setzende Masse beißt dann nach allen Seiten und treibt fanatisch ihrem Ende zu. Auch hierfür gibt es eine historische Begebenheit: 1933 - 1945.

Leider läßt diese "german angst" für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Meiner Ansicht nach sind wir gerade in der Übergangsphase, in der die "Erkenntnis" wächst, man sei in der Mehrheit.

Dabei wäre es wünschenswert, seitens der Deutschen dieser "german angst" und dem Obrigkeitsdenken aktiv zu begegnen. Deutschland braucht dringend eine lebhafte Diskussion und ernsthafte wie ehrliche Auseinandersetzung mit diesen beiden tiefwurzelnden Erblasten. Zum eigenen Wohl, aber auch zum Wohle der Nachbarn. Unbedingt!  

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Kultur-Schock
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Samstag, 12. januar 2008 6 12 /01 /2008 12:54

12

Was mich stets in Erstaunen versetzt angesichts der Vielzahl von Politik- und Geschichtswissenschaftlern sowie anderen Akademikern innerhalb der Kreise politischer Entscheidungsträger, Medienleuten, Militär, Polizei, Justiz und Lobbyisten, ist die Tatsache, daß sie nicht gewillt sind, aus der Vergangenheit zu lernen. Seit Jahren ist eine zunehmende Abgrenzung der führenden Industrienationen zum Rest der Welt zu beobachten; die USA errichten einen elektronisch hochgerüsteten Grenzzaun zu ihrem Nachbarland Mexiko und die EU-Europäer überwachen mit einem riesigen logistischen und technischen Aufwand (Marine, Luftwaffe, Küstenwache etc.) die Gewässer entlang der nordafrikanischen Küstenlinie und verfügen ihrerseits über vergleichbare Grenzzäune in Nordafrika und entlang der EU-(Süd)Ostgrenzen.

Mit jedem Tag werden bestehende Lücken in jenen Systemen geschlossen; das Überwinden der Grenzen wird für die Flüchtlinge zu einem riskanten Unternehmen für das eigene Leben. Es sei hier an die vielen Todesfälle erinnert durch Verdursten (lassen), Ertrinken (lassen), Verhungern (lassen), Erschlagen und Erschießen. Die zahlreich begangenen Menschenrechtsverletzungen sollen an dieser Stelle allerdings nicht weiter thematisiert werden.

Vielmehr sei der Fokus auf die Menschheitsgeschichte gerichtet. Sie bietet anhand von ausgewählten Beispielen, die den weiter oben erwähnten Personenkreisen bekannt sind, die anschauliche Erkenntnis, daß jede wie auch immer geartete Abgrenzung zum Scheitern verurteilt ist. Der RÖMISCHE LIMES wurde zum Schutze vor den germanischen Stämmen errichtet und nach und nach ausgebaut und schrittweise mehr befestigt. Und? Half es was? Nein! Die Germanen überrannten den Limes in der Folgezeit mehrmals, plünderten die Städte des Römischen Reiches und sorgten damit für den Untergang desselben. Die GROSSE CHINESISCHE MAUER wurde Jahrhunderte später zum Schutze vor den mongolischen Reitervölkern erbaut - geholfen hat auch sie nicht. China wurde trotzdem über Generationen hinweg von Mongolen regiert oder war tributpflichtig und erlebte selbst nach dieser Epoche ausgewachsene Krisenzeiten. Was passierte 1989 mit der INNERDEUTSCHEN MAUER? Sie fegte wochenlange friedliche Massendemonstrationen der DDR-Bürger hinweg. Alle drei Mauern degenerierten zu Geschichte mit anschließenden radikalen Umwälzungen für alle dort lebenden Menschen.

Abgrenzungen dieser Art mögen unbestritten eine kurz-, vielleicht mittelfristig funktionierende Maßnahme sein. Solange der Druck von außen v.a. nicht sprunghaft zunimmt, d.h. die äußeren Verhältnisse (Politik, Wirtschaft, Demographie) mehr oder weniger stabil bleiben - also keine zusätzlichen Bewegungen verursacht werden -, haben derartige Grenzanlagen nichts zu befürchten. Das gilt für die drei angeführten historischen Beispiele genauso wie für die heutigen Grenzanlagen. Nur in einem Aspekt unterscheiden sie sich voneinander. Die Zeitdauer von der Errichtung bis zum Zeitpunkt der Einbuße verkürzte sich. Hielt der Limes über mehrere Jahrhunderte dem Druck stand, verkürzte sich schon bei der Chinesischen Mauer dieser Zeitraum, ganz zu schweigen von den 28 Jahren (!) der innerdeutschen Mauer.
 
Was wird also wohl werden aus den neuzeitlichen Grenzanlagen in Israel, den USA und Europa? Wie lange werden sie halten? Weniger als 28 Jahre? In einem bin ich mir absolut sicher. Sie werden nicht fallen unter einem stetig wachsenden Druck, sondern die kritische Obergrenze wird plötzlich erreicht sein wie z.B. durch Völkerwanderungen. Weil wir alle in einer menschlichen Welt leben, die überall vor großen Verwerfungen steht. Bewegungen, die hierdurch verursacht werden, lassen sich nicht mehr aufhalten - auch nicht durch festungsgleiche Grenzanlagen.

von Beate - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Mehr menschlichkeit
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Mittwoch, 9. januar 2008 3 09 /01 /2008 15:28

11

Grundsätzlich ist der Mensch ein konstruktives Lebewesen; jedoch wird er in vielen Fällen bereits frühzeitig negativ beeinflußt. Noch bevor der Säugling das Licht der Erde erblickt, beginnt bereits im Mutterleib dessen Deformierung. So spürt ein Fötus geradezu instinktiv, ob er erwünscht oder abgelehnt ist. Beispielsweise macht es für ihn einen gewaltigen Unterschied, ob und wie mit "ihm" (regelmäßig, sanft) gesprochen wird, ob er "gestreichelt" (Bauchdruckmassage) wird, ob er Rythmen erfährt. Säuglinge, die in jener Hinsicht im Mutterleib keine bzw. verstörende Erfahrungen gemacht haben, sind unausgeglichener und neigen in der Folge eher zu extremen Verhaltensweisen, ganz zu schweigen von den schädlichen Einflüssen durch indirekten Alkohol- und Nikotinkonsum. Wenn sich dann solche Wahrnehmungen bzw. Einflüsse auch noch nach der Geburt fortsetzen, dann verfestigen sich erste emotionale, geistige und/ oder körperliche Störungen. Das Urvertrauen schwindet, die Kommunikationsfähigkeit leidet, das Selbstvertrauen wird geschwächt. Kurzum, die gesamte Entwicklung gerät ins Stocken bzw. verläßt den natürlich vorgegebenen Pfad, wenn ein Kind wenig oder gar nicht beachtet wird, es Ausgrenzung, Zurückweisung oder Gewalt erlebt, ihm keine altersgerechte Verantwortung übertragen wird, es keine Grenzen kennenlernt, Heuchelei wahrnimmt usw. Ein solches Kind ist besonders geeignet als Opfer, also anfällig für spätere Abhängigkeiten, sexuellen Mißbrauch, Gewalt, Ideologisierung. Aber auch als Täter. Hinzu kommen die langjährigen Erfahrungen mit den Erwachsenen, die lügen, betrügen, Versprechen brechen, über Leichen gehen. Am Ende bleibt bei diesen Kindern nicht viel übrig von den einstigen Idealen eines jungen Menschen: z.B. Tiere retten, bei der Wahrheit bleiben, Menschen achten und für sie spenden, eine Welt ohne Waffen schaffen! Stattdessen grins(t)en uns in den vergangenen einhundertzwanzig Jahren Leute wie Edmund Stoiber, General Franco, Adolf Hitler, Pol Pot, Walter Ulbricht, George W. Bush, Idi Amin, Vladimir Putin, Gerhard Schröder, Franz-Josef Strauss, Stalin, Dieter Hundt, Silvio Berlusconi, Josef Ackermann, Slobodan Milosevic, General Franco, ... Filbinger, Roland Koch u.v.a. unverhohlen frech ins Gesicht. Alles Erwachsene, die dringend einer umfangreichen Hilfe bedurft hätten bzw. bedürfen.

Zukunftsgestaltung: Es liegt also ausschließlich in der Macht der Erwachsenen, vom ersten Tag eines neuen Lebens weg, dieses sich positiv entwickeln zu lassen. Denn ein gewisses Minimum an Verstand und Herz können jede (Groß)Mutter und jeder (Groß)Vater aufbringen, ungeachtet der eigenen erlittenen Störung(en).

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Mittwoch, 9. januar 2008 3 09 /01 /2008 13:22

10

Leider sorgen die Interessen einzelner, die große Politik sowie kriminelle Organisationen seit jeher für destabilisierende Ereignisse. Erst kürzlich starben in Pakistan und in Sri Lanka einflußreiche Personen. So werden vermutlich nachfolgend erwähnte Personen innerhalb der nächsten fünf Jahre ebenfalls Opfer eines gezielten Mordanschlags:

Rang

Personenname

Funktion

Wahrscheinlichkeit in % / Datum des ersten Eintrags

1  

Pervez Musharraf

pakistanischer Präsident

95 % / 09.01.2008

2  

Hamid Karzai

afghanischer Präsident

90 % / 09.01.2008

3 (4)  

Barack Obama

US-demokratischer Präsidentschaftskandidat

85 % / 01.02.2008

4 (3)  

Vladimir Putin

russischer Präsident

80 % / 09.01.2008

5  

George W. Bush

US-Präsident

75 % / 09.01.2008

6  

Asif Ali Zardari

Vizechef der pakistanischen PPP (Bhutto-Partei)

65 % / 09.01.2008

7  

Rajapakse (Bruder)

Verteidigungsminister Sri Lankas

63 % / 17.01.2008

8  

 

 

 

9 (7)  

Joseph Kabila

kongolesischer Präsident 

60 % / 09.01.2008

10 (8)  

Evo Morales

bolivianischer Präsident 

55 % / 09.01.2008

11  

 

 

 

12  

Aljaksandr Lukaschenka

weißrussischer Präsident

45 % / 09.01.2008

13  

 

 

 

14  

 

 

 

15  

 

 

 

16  

 

 

 

17  

Hillary R. Clinton

US-demokratische Präsidentschaftskandidatin 

20 % / 11.01.2008

18  

 

 

 

19  

Julia Timoschenko

ukrainische Ministerpräsidentin

15 % / 21.01.2008

20  

 

 

 

21  

 

 

 

22  

 

 

 

23  

 

 

 

24  

Roland Koch

hessischer Ministerpräsident

2,5 % / 09.01.2008


Diese Liste wird laufend ergänzt und aktualisiert!

Datum der letzten Veränderung: 01.02.2008

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Dienstag, 8. januar 2008 2 08 /01 /2008 16:58

9

Die Erde gehört allen irdischen Lebewesen; sie allein ernährt alles Leben. Daher hat jeder Mensch allein Kraft seiner bloßen Existenz einen natürlichen Anspruch auf eine garantiert ausreichend große Fläche Land, um sich ernähren, kleiden und wohnen zu können - wo immer er sich aufhalten mag. Die Größe dieser Fläche ist abhängig von der Klimazone und Fruchtbarkeit des Bodens.

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Dienstag, 8. januar 2008 2 08 /01 /2008 16:39

8

Staaten sind auf Dauer unregierbar, wenn sie entweder mehr als zehntausend Einwohner zählen oder ihre Fläche größer ist als die des Großherzogtums Luxemburg. In beiden Fällen führen wachsende Anonymität und zuviele verschiedene, gegeneinander widerstrebende Einzelinteressen zu undurchsichtigen Entscheidungen, faulen Kompromissen, Ungerechtigkeiten und letztendlich zur Unvereinbarkeit eines harmonischen und allseits gedeihlichen Zusammenlebens. Eine derartige Entwicklung erleben wir verstärkt seit dem Niedergang der Sowjetunion zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Staaten wie der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Kolumbien, Somalia, Mauretanien, Serbien, Kenia, Afghanistan, Nigeria, Elfenbeinküste, Tschad, Pakistan, Uganda, Spanien, Bolivien, Belgien, Italien ... (auch Bayern beginnt sich schon abzuseilen), und sie bedeutet hoffentlich noch nicht das Ende der Kleinteiligkeit. Ein friedfertiger Übergang wäre diesbezüglich allerdings mehr als wünschenswert.

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Dienstag, 8. januar 2008 2 08 /01 /2008 16:28

7

Es gibt in Deutschland ein vielbetrachtetes Tageblatt, das sich inhaltlich kaum vom nationalsozialistischen "Völkischen Beobachter" unterscheidet. Unseriöse bis unwahre Berichterstattung, Fremden-, Gewerkschafts-, Arbeitnehmerfeindlichkeit, Vulgärsprache, Ausgrenzung, Verdummung, Stimmungsmache gegen unliebsame Einzelpersonen, Randgruppen und Minderheiten, ... sind Aspekte, die auffälligerweise deckungsgleich sind mit dem einstigen Hetzblatt.

von ein Zaungast - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Mehr menschlichkeit
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Dienstag, 8. januar 2008 2 08 /01 /2008 16:22

6

Die deutsche Wirtschaft fordert, fordert und fordert... Kaum sind ihre Forderungen erfüllt, folgen neue, weitergehende Forderungen. Daraus läßt sich nur schließen: Wonach sehnt sich insgeheim die deutsche Wirtschaft gerne zurück?

Ja, natürlich nach den paradiesischen Zuständen der nationalsozialistischen Zeit. Schließlich können Arbeitskräfte nicht billiger entlohnt werden als lediglich mit Wasser und Suppe.

von ein Zaungast - veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen - Community: Mehr menschlichkeit
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  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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