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... wächst ungehemmt. Seit dem "siecle des lumières" hat sich die Erdbevölkerung um ein Vielfaches vermehrt, was wohl auf den Fortschritt durch
wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Gebieten der Medizin, Landwirtschaft, Energiegewinnung etc. zurückzuführen ist. Doch mittlerweile haben wir die Schwelle von sechs Milliarden
Menschen trotz zahlreicher Kriege, Hungersnöte, Seuchen etc. überschritten. Das Tempo des Wachstums nimmt beständig zu und allmählich erinnert mich die Entwicklung an ein früheres Experiment im
Biologieunterricht. Wir haben in einem begrenzten Medium (Petrischale + Nährflüssigkeit = Erde) eine bestimmte Anzahl von Bakterien (= Urmenschen) bei konstanter Temperatur (= Weltklima)
sich selbst uneingeschränkt vermehren lassen, dabei regelmäßig eine Bestandsaufnahme unternommen. Was passierte? In der Anfangsphase war das Wachstum sehr gering, die anschließende
Vermehrungsphase zeigte ein stetig zunehmendes, also schneller werdendes Bakterienwachstum (!!!) bis zu dem Zeitpunkt, ab dem die konstante Phase erreicht wurde. Die Bakterien vermehrten sich
also im gleichen Maße wie sie starben, verursacht durch ein Gleichgewicht von Nährflüssigkeit und giftigen Abfallprodukten. Anschließend folgte die letale Phase, in der quasi auf einem
Schlag alle Bakterien abstarben.
Demnach befinden wir uns Menschen also noch in der Vermehrungsphase. Doch wie weit ist die konstante Phase entfernt? Beginnt sie gerade jetzt, im Jahr 2008, in zehn oder hundert oder
doch erst in tausend Jahren?
Auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Dazu zählen Ackerland, Wasser, Luft u.a. Handeln wir wider jeder Vernunft? Die Chinesen haben es mit einer restriktiven 1-Kind-Politik versucht. Sie sind am
Menschen gescheitert. Warum haben bis heute nur die Chinesen eine Begrenzung versucht? Wem könnte etwas daran liegen, daß sich die Menschen weiterhin vermehren?
Mir fällt nur eine einzige Antwort ein. Den Befürwortern unseres Wirtschaftssystems, das einzig und allein vom Wachstum abhängig ist. Denn Wachstum ist das Schlüsselwort. Denn nur Wachstum
verspricht die Sicherstellung einer Verzinsung. Die Verzinsung (Zinsen im engeren Sinne oder Spekulationsgewinne) anlagebereiten Kapitals.
Wozu werden Zinsen und Spekulationsgewinne verwendet? Nun, sie werden reinvestiert in neue flexible Kapitalanlagen und in Immobilien. Ziel ist, viel Grundbesitz zu erwerben. Hier läuft
weltweit ein Konzentrationsprozeß ab. Denn privater Grundbesitz läßt sich umzäunen, bewachen, verteidigen. Darauf kann sich der Eigentümer zurückziehen. Unerwünschte und Habenichtse
ausschließen!!!
Was ist mit plötzlichen Einschnitten wie Kriegen? Kriege haben nur die zu fürchten, die nichts besitzen oder ihr Kapital in Wertpapiere investiert haben. Denn Wertpapiere verlieren i.d.R. ihren
Wert, z.B. durch eine Inflation (= Geldentwertung). Außerdem sind Kriege aus betriebswirtschaftlichem Sinn durchaus willkommen, sofern sie nicht allzu lange dauern und damit das Wirtschaften (=
Verzinsung) verhindern. Kriege verursachen daher bei denen, die über viel Grundbesitz verfügen, keine nennenswerten Sorgenfalten? Eher im Gegenteil. Sie gewinnen auch hierdurch. Die Toten
verlängern nämlich die Vermehrungsphase, die Zerstörungen sorgen für neues Wirtschaftswachstum. Schließlich muß wieder aufgebaut werden. Wer also bereits über viel Grundbesitz verfügt, der
wächst mit dem neuerlichen Wirtschaftswachstum. Die Befürworter unseres Wirtschaftssystems kennen keine Scham, kein Gewissen, keine Verantwortung und keine Gnade.
Deshalb darf die Erdbevölkerung auch wachsen, wachsen und ...
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