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Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), ein vermutlich großer wie auch stark umstrittener deutscher Dichter, Philosoph und Philologe, postulierte diese Aussage vor
mehr als hundert Jahren. Er meinte damit, daß Gott tot sei, weil er und alle anderen Mitmenschen ihn getötet hätten, indem sie die christliche Morallehre nicht mehr geachtet hätten. Was die
Morallehre betrifft, da hatte er wohl recht. Denn im 19. Jahrhundert zeigte sich das Großbürgertum beinahe zügellos. Aber letztendlich hatte er Unrecht. Weil. Gott hat nie gelebt. Zumindest
nicht der Gott, den die Religion für die Gläubigen bereithält. Sowohl der christliche wie auch der islamische und jüdische Gott ist eine Erfindung von Menschen, die Macht nicht mehr teilen
wollten. Ein Grund für den Ein-Gott-Glauben (= Monotheismus). Um diesen einen Gott haben die Manifestierer eine Religion gebastelt, die bereits mehr als zweitausend Jahre lang in die
Menschheitsgeschichte hineinwirkt. Mit allen ihren Nachteilen!
Gott hat nie gelebt! Das dachte ich bereits in der 6. Schulklasse, als im Religionsunterricht zum wievielten Male die Frage nach ... aufgeworfen wurde. Und "Religion ist Opium für das
Volk", begegnete mir zum ersten Mal in der Auseinandersetzung mit den Werken von Berthold Brecht. Das war damals. Heute gehe ich noch weiter.
Gott hat nicht nur nicht gelebt; nein, er wurde und wird in Form einer monotheistischen Religion auch als Krücke mißbraucht. Stütz' Dich auf diese Krücke, dann wird dir geholfen! So ein
Schwachsinn. Ob geistig oder gefühlsmäßig wahrgenommen, spielt dabei keine Rolle. Es bleibt in meinen Augen wie in meinem Herzen wohlgezielter Schwachsinn.
Götter dagegen gibt es dagegen sehr. Aus diesem Grunde waren mir die im Deutschunterricht die alten Griechen mit ihren mystischen Götterwesen einerseits sympathischer, andererseits glaubwürdiger.
Das läßt sich durchaus auf den Hinduismus, doch in erster Linie auf die Naturreligionen ausdehnen. Die Vielfalt innerhalb dieser religiösen polytheistischen Weltanschauung bietet eine
deutlich größere seelische und moralische Heimat.
Aber vielleicht ist es letztendlich besser, eher an einen Gott als an Götter zu glauben, bevor man an gar nichts glaubt. Ob metaphysisch oder elementarphysisch. Von denen, die an gar nichts
glauben, gibt es wahrscheinlich schon sehr viele.
Hallo Martin, mit Ihrer Schlußfolgerung mögen Sie vielleicht richtig liegen. Es wäre wünschenswert. Ich dagegen glaube, daß Monotheismus per se keinen liebenden Gott zuläßt. Denn Monotheismus bedeutet Folgen oder Verfolgt werden! Das Kreuzzüge, Hexenverbrennungen etc. stattgefunden haben, ist absolut bedauerlich und verurteilungswürdig. Aber sie sind meiner Meinung nach zugleich der menschliche Ausdruck sowohl monotheistischen Glaubens als auch gewöhnlichen Herrschaftsdenkens.