Mittwoch, 30. januar 2008

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Basis 1:
Jeder Mensch ist aufgrund seiner naturgegebenen Fähigkeiten in der Lage, selbst komplexe Bilder, Geräusche, Gefühle, Texte u.a. zu verstehen und vielfach zu verarbeiten. Zusammenhänge ergeben sich daher zwangsläufig von selbst. Das gilt unabhängig vom jeweiligen Schulabschluß.

Basis 2:
Ob jeder Mensch diese Fähigkeiten stets wachhält oder ob der eine oder andere eher zu geistiger und/ oder emotionaler Bequemlichkeit neigt, das steht auf einem anderen Blatt Papier.

Exakt an der Schnittstelle zwischen Basis 1 und Basis 2 verläuft die Grenzmarkierung, von der das Bewußtsein Millionen von unterschiedlichen Wegen einschlagen kann. Es reicht vom einen Extrem, "alles" wahrzunehmen, zu verarbeiten, einzuordnen, zu entscheiden bis hin zum anderen Extrem, nur die Faktoren wahrzunehmen, die für die tägliche Existenz entscheidend sind: In der Masse wohl Essen, Trinken, Waschen, Schlafen, Arbeiten und Fernsehschauen. Doch sowohl für den einen als auch für den anderen sind Veränderungen machbar, ganz zu schweigen von denen, die sich im mehr oder weniger stark ausgeprägten Bewußtsein ihrer Fähigkeiten dazwischen bewegen. Veränderungen, welche die eigene Rolle als Individuum innerhalb einer sozialen Gemeinschaft festigen.

Ein Beispiel aus der Vorgeschichte der Menschheit:

Maximal einhundertdreißig Zentimeter große Vormenschen streifen mit Holzknüppeln ausgestattet durch die Savanne auf der Jagd nach Beute. Einer von ihnen hockt auf einem Baumstumpf und sondiert die Umgebung, denn hohes Gras versperrt weitgehend die Sicht. Doch sie müssen noch Raubtiere fürchten, gegen die sie im Nahkampf keine Chance hätten.
Fallbeispiel 1: Da der Wächter sehr wachsam ist, entgeht ihm nicht, daß sich von hinten ein Rudel Urraubkatzen anschleicht. Er ruft die Gruppe zurück in Sicherheit. Darauf folgt soziale Anerkennung.
Fallbeispiel 2: Der Wächter achtet mehr auf seine Entzündung am rechten Fuß und übersieht dabei die schleichenden Urraubkatzen. Ein Gruppenmitglied wird daraufhin angefallen und getötet, die anderen kommen mit dem Schrecken davon. Der Wächter wird daraufhin aus der Gruppe ausgestoßen. Sein Todesurteil.

Millionen Jahre Evolution und menschliche Zivilisationsgeschichte später:
 
Die Weltmacht Pfiff greift das Land Pfurz an, das von Pfiff den Besitz von Massenvernichtungswaffen bezichtigt wird. Allerdings kommt schnell heraus, daß Pfiff nur an die riesigen Wasserressourcen Interesse hat. Das Wahlvolk in Pfiff unternimmt nichts, um das regierende Staatsoberhaupt zu entmachten, damit der Krieg sofort beendet werden kann.

Fallbeispiel 1: Die Verbraucherinnen und Verbraucher außerhalb von Pfiff gehen zwar auf die Straße und protestieren gegen diesen abscheulichen Angriffskrieg, aber gehen nach wie vor in McPfiff-Filialen, Pfiff-Kino, Pfiffee-Cafés und kaufen unbekümmert Produkte, die entweder aus Pfiff stammen oder von Firmen hergestellt werden, die von Pfiff-Unternehmen oder Pfiff-Bürgern beherrscht werden. Der Krieg setzt sich fort, Tag für Tag sterben Menschen in Pfurz.
Fallbeispiel 2: Die gleichen Verbraucherinnen und Verbraucher beginnen mehrheitlich zunächst Produkte aus Pfiff und von Pfiff-Firmen zu boykottieren. Der Massenprotest führt bereits nach einer Woche zu einem enormen Umsatzrückgang. Die Gewinnerwartungen werden schleunigst nach unten korrigiert. Die Börsenkurse drohen abzustürzen. Eine Woche später lenkt das regierende Staatsoberhaupt von Pfiff auf Druck der heimischen Wirtschaft ein, und zieht die ersten Truppenverbände aus Pfurz ab.   

Eine vierköpfige Familie freut sich bereits im Winter auf die kommende Urlaubszeit, denn die Planung steht jetzt an. Es muß das Wann, Wohin und Wie geklärt werden. Das Geld spielt keine bedeutende Rolle, denn der alljährliche Urlaub hat vor allem anderen Priorität. Schnell ist das Ziel klar; der Südosten soll es sein, und zwar die hinteren drei Wochen der schulischen Sommerferien. Nun fehlt nur noch die Entscheidung, ob mit der Bahn, dem Flugzeug oder dem eigenen Wagen. Auch hier entscheiden sie sich rasch. Sie werden dieses Jahr mit dem Flugzeug verreisen.

Fallbeispiel 1: Die Eltern gehen in das Reisebüro vor Ort und buchen nach eingehender Beratung die dreiwöchige Urlaubsreise. Das ist bereits die siebte Reise, die sie in "ihrem" Reisebüro gebucht haben.
Fallbeispiel 2: Die Eltern gehen dieses Mal ins Internet und buchen dort ihre Urlaubsreise. Da sie günstiger ist als gedacht, können sie die Reise etwas komfortabler ausstatten. Ihr bislang genutztes Reisebüro vor Ort schließt zwei Jahre später seine Ladentüren mangels Kundschaft.

Zwei Männer verbindet eine langjährige Freundschaft. Sie stammt noch aus der gemeinsamen Kindheitszeit, den elterlichen Verboten zum Trotz. Einer von ihnen ist Meuwe, der andere Roppe. Beiden leben hier, in Euroland. Nun stehen Wahlen in der Meuwai an und sie sind als Auslandsmeuwen aufgerufen ihre Stimme per Post abzugeben. Beide haben in Euroland Rassismus am eigenen Leib erfahren.

Fallbeispiel 1: Daher lehnen beide rassistische oder nationalistische meuwaische Parteien grundsätzlich ab. Sie wählen beide eine demokratisch gesinnte Partei, die Gewalt, Folter und Korruption ablehnt. In der Tat erfolgen in der Meuwai schrittweise Veränderungen in Richtung Humanität. Keine ethnischen Säuberungen, keine Folterungen in Gefängnissen mehr, ...
Fallbeispiel 2: Der meuwaische Freund wählt die gemäßigte Religionspartei, sein Freund, der Roppe, den politischen Ableger der roppischen Unabhängigkeitspartisanen. Zwei Wochen nach Ende der meuwaischen Sommerferien ist der meuwaische Freund noch nicht nach Hause zurückgekehrt. Sein roppischer Freund wundert sich und fragt dessen Arbeitskollegen, den er dazu extra aufsucht. Dieser erzählt ihm, daß sein Freund bei einem Überfall auf einen Militärposten in Nokama von roppischen Partisanen erschossen wurde. Er trauert.

Anhand dieser acht grobgestrickten Fallbeispiele möchte ich das Wesentliche verdeutlichen, daß nämlich im Rahmen der naturgegebenen menschlichen Fähigkeiten es durchaus möglich ist, den Aspekt Soziale Verantwortung höherzustellen als den Aspekt Materieller oder sonstiger Vorteil.

Also, Veränderungen sind machbar!
Aus sich selbst heraus und in sämtlichen Bereichen!
Allerdings nicht uneingeschränkt!
Denn es gibt auch nachvollziehbare (natürliche) Hindernisse!

von ein Zaungast veröffentlicht in: Prosatexte Sachthemen Community: Wahlen 2008
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  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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