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Weiße Kragen
An den Fensterscheiben zog draußen die Finsternis vorbei. Hier und da erschien das bleiche nebelgestreute Licht einer Straßenlaterne. Es war schon Juni, aber noch erstaunlich frisch.
Endlich näherte sich der Linienbus seiner Endhaltestelle. Drinnen standen gerade vier Leute auf. Ein smart gekleideter Geschäftsmann, so um die vierzig und einem schicken Ring
zufolge verheiratet, der sich mit zwei älteren Frauen zuvor leise unterhalten hatte und eine Teenagerin. Auf der letzten Bank saß noch ein Mann mit strubbeligem Haar und einer offenen
Bierflasche in der Hand. Er verließ als letzter den Bus.
Das Mädchen befand sich auf dem Heimweg als es von hinten plötzlich die Gefahr wahrnahm. Doch bevor sie sich umdrehen und reagieren konnte, erhielt sie einen brutalen Schubser von hinten. Sie
stürzte auf den Bürgersteig. Es tat weh. Ihre Augen verschwammen vor Schmerzen. Jemand packte sie kräftig am Kragen ihrer Jacke und zehrte sie ins Gebüsch. Aber sie war nicht imstande zu schreien
oder sich zu wehren. Starr vor Angst. Sie spürte nur die stumme Entschlossenheit, mit der der Unbekannte vorging. Ein Reißverschluß öffnete sich hörbar, dann wurde ihr die Jeans abgestreift. Ihr
Slip fortgerissen. Die Beine gespreizt. Am Po war es jetzt kalt und naß zugleich. Sie fröstelte. Der Unbekannte kniete nieder, zwischen ihren Beinen rückte er immer näher bis er auf ihr lag.
Zunächst blieb ihr die Luft blieb weg. Sie drohte das Bewußtsein gänzlich zu verlieren. Doch dann fühlte sie etwas Hartes, das unten in sie eindringen wollte. Der Versuch allein tat
schon weh. Nur noch einen Moment, und sie hätte ihre Würde vollständig verloren.
Während sie darauf wartete, daß sich Kälte in ihrem Körper breitmachte, hörte sie noch das Wort Dreckskerl und gleich darauf wurde eine Glasflasche zertrümmert. Dort, wo sie den Kopf des
Vergewaltigers vermutete, zersprang die Flasche. Wie ein naßer Sack kippte der schlanke Körper zur Seite weg, direkt neben sie. Jetzt erkannte sie einen weißen Hemdkragen, eine Krawatte, den
Ärmel eines dunkelgrauen Mantels, eine feingliedrige Hand, dessen Ringfinger ein Ring trug. Noch etwas nahm sie wahr: Alkohol. Von irgendwoher drang Alkoholdunst zu ihr. Dann brach sie
zusammen.