Menschen werden als soziale Wesen geboren. Zum Glück! Ansonsten müßte ich mich angewidert von meiner Art abwenden. (Alexandra I. Delpiero)
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Frei von Sorgen
ganz allein
Dir nichts borgen
um zu sein
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Es ist gleißend hell. Die Sonne brennt. Der Schatten bietet nur wenig Abkühlung. Überdies sehen die drei Männer nichts als Sand. Sand soweit das Auge reicht. Den nicht allzu sehr Abkühlung
bringenden Schatten bietet das Flugzeug der drei Männer. Abgestürzt, muß festgestellt werden. Abgestürzt in einer Wüste, weitab von jeder menschlichen Besiedlung. Bei mehr als 40° C im Schatten.
Vor zwei Tagen abgestürzt. Das Wasser ist aufgebraucht. Die maßgeschneiderten Buisness-Anzüge der Herren sehen bereits arg ramponiert aus. Die Gesichtszüge von Hunt, Hänkel und Tumann sind
schlaff. Wenn nicht bald Hilfe eintrifft, dann werden in ein paar Tagen unweigerlich die Geier das zähe Fleisch bis auf die Knochen abreißen.
Plötzlich ist aus der Ferne ein Klingeln zu vernehmen, ein Klingeln wie von einem Eiswagen. Eiswagen? In der Wüste? Das kann nicht sein. Halluzinationen. Ganz gewiß! Aber das Klingeln wird
lauter. Jetzt sind auch die scharfen Umrisse eines ... Eis ..., in der Tat eines Eiswagens zu erkennen. Also doch keine Einbildung. In den drei Managern macht sich sowas wie Leben
breit. Aber zum Aufstehen sind sie zu schwach.
Jetzt kommt der Eiswagen vor ihnen zum Stehen. Der Eismann, oder ist es eine Eisfrau, fragt es mit freundlicher Stimme nach ihren Wünschen. Wasser! erschallt es wie aus einem Mund. Damit
könne es nicht dienen, aber es hätte Eis in allen Farben und Geschmacksrichtungen anzubieten. Die Herren wollen nicht. Sie schreien nochmals nach Wasser. Es hat kein Wasser zu verkaufen. Aber es
hat ein Herz. So holt es aus einer Kühltruhe eine halbvolle Wasserflasche und reicht sie den Herren. Dann fährt es ab.
Zwei Monate später steht Herr Hunt wieder auf einem Podest und hält vor hundert gleichgesinnten BWL-Rassisten eine Rede gegen die drohende Resozialisierung deutscher Wirtschaftspolitik. Applaus
brandet nach jeder Pause auf. Allerdings von Tumann und Hänkel hört und sieht niemand mehr etwas.
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Neulich begegnete ich am Flughafen Berlin-Tegel vier jungen Leuten, einem Mann und drei Frauen, die alle ein vielfarbiges T-Shirt trugen, auf dem stand in fünf Zeilen geschrieben: Na
und! Bin ich halt ein Müllgammler. Was bist Du? Waffenhändler? Geldwäscher? Menschenschleuser?
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Weiße Kragen
An den Fensterscheiben zog draußen die Finsternis vorbei. Hier und da erschien das bleiche nebelgestreute Licht einer Straßenlaterne. Es war schon Juni, aber noch erstaunlich frisch.
Endlich näherte sich der Linienbus seiner Endhaltestelle. Drinnen standen gerade vier Leute auf. Ein smart gekleideter Geschäftsmann, so um die vierzig und einem schicken Ring
zufolge verheiratet, der sich mit zwei älteren Frauen zuvor leise unterhalten hatte und eine Teenagerin. Auf der letzten Bank saß noch ein Mann mit strubbeligem Haar und einer offenen
Bierflasche in der Hand. Er verließ als letzter den Bus.
Das Mädchen befand sich auf dem Heimweg als es von hinten plötzlich die Gefahr wahrnahm. Doch bevor sie sich umdrehen und reagieren konnte, erhielt sie einen brutalen Schubser von hinten. Sie
stürzte auf den Bürgersteig. Es tat weh. Ihre Augen verschwammen vor Schmerzen. Jemand packte sie kräftig am Kragen ihrer Jacke und zehrte sie ins Gebüsch. Aber sie war nicht imstande zu schreien
oder sich zu wehren. Starr vor Angst. Sie spürte nur die stumme Entschlossenheit, mit der der Unbekannte vorging. Ein Reißverschluß öffnete sich hörbar, dann wurde ihr die Jeans abgestreift. Ihr
Slip fortgerissen. Die Beine gespreizt. Am Po war es jetzt kalt und naß zugleich. Sie fröstelte. Der Unbekannte kniete nieder, zwischen ihren Beinen rückte er immer näher bis er auf ihr lag.
Zunächst blieb ihr die Luft blieb weg. Sie drohte das Bewußtsein gänzlich zu verlieren. Doch dann fühlte sie etwas Hartes, das unten in sie eindringen wollte. Der Versuch allein tat
schon weh. Nur noch einen Moment, und sie hätte ihre Würde vollständig verloren.
Während sie darauf wartete, daß sich Kälte in ihrem Körper breitmachte, hörte sie noch das Wort Dreckskerl und gleich darauf wurde eine Glasflasche zertrümmert. Dort, wo sie den Kopf des
Vergewaltigers vermutete, zersprang die Flasche. Wie ein naßer Sack kippte der schlanke Körper zur Seite weg, direkt neben sie. Jetzt erkannte sie einen weißen Hemdkragen, eine Krawatte, den
Ärmel eines dunkelgrauen Mantels, eine feingliedrige Hand, dessen Ringfinger ein Ring trug. Noch etwas nahm sie wahr: Alkohol. Von irgendwoher drang Alkoholdunst zu ihr. Dann brach sie
zusammen.
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Menschenkenntnis kann Menschen töten
Es trug sich vor Jahren zu. Eine verheiratete Nachbarin, soweit ich damals wußte war sie Sozialpädagogin, hatte einen Liebhaber. Ich hatte sie mehrmals in unserer Stadt mit einem Mann, nicht ihr
Ehemann, händchenhaltend und eng umschlungen gesehen. Adrett sah er aus und schien auch gut zu ihr zu passen. Ein Liebhaber halt. Feurig! Den späteren Zeitungsberichten zufolge sollte ihre
Ehe zu diesem Zeitpunkt längst zerrüttet gewesen sein. Das schien mir auch so als ich mitansehen konnte wie sie ihn küßte. Leidenschaftlich. Explosiv. Verschlingend.
Monate später trugen sie morgens einen schnöden Blechsarg aus dem Nachbarhaus. Was war geschehen? Diesbezügliche Fragen beantworteten nur die lokalen Tageszeitungen in den folgenden Tagen
und Wochen. Nun, ich hielt mich zurück. Aber deren Schlußfolgerungen schienen mir zu simpel: Ehemann erschlägt Liebhaber aus rasender Eifersucht.
Der Ehemann sitzt heute auf der Anklagebank, trotz seiner Haltung machte er von Beginn der Verhandlung an auf mich den Eindruck eines jähzornigen äußerst impulsiven Menschen. Obwohl ich ihn
früher als zuvorkommenden und freundlichen Menschen kennengelernt hatte. Vielleicht nur Fassade. Denn er ist der Täter, daran gibt es keinen Zweifel. Das weiß er auch. Das wissen alle.
Zerknirscht sitzt er auf der Anklagebank. Den Kopf gesenkt und in seinen Händen vergraben. Alles läßt er über sich ergehen. Regungslos. Wortlos. Ein Häufchen Elend. Ahnt er denn gar nichts?
Warum ich mir so sicher bin? Eine Woche nach dem tödlichen Ereignis sah ich meine Nachbarin wieder. Es war schon dunkel, aber ich konnte sie erkennen. Dazu konnte ich noch jemanden erkennen: den
Feurigen!
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Adel verpflichtet!
Eigentum auch!
der Graf hat's vergessen
drum sieht es
so aus
republikweit gefressen
sterben Bäume und
Menschen zuhauf!
eure Kommentare