Prosatexte Sachthemen

Donnerstag, 1. januar 2009

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von Wal(d)(t)hausen

Seit Kriegsende im November 1918 ist der Adel auf deutschem Gebiet offiziell verschwunden. Das bedeutet allerdings nicht, daß es ihn nicht mehr gibt. Es gibt ihn noch in Deutschland. Genauer ausgedrückt, seine Erkennungsmerkmale, die noch aus der absolutistischen Zeit vor 1789 herstammen: Standesdünkel, Verschwendung, Skrupellosigkeit, Ignoranz und Selbstherrlichkeit. Das gilt sowohl für den Hochadel, dessen Zeremonien und Feste jede(r) Interessiert(e) in den billigen Zeitschriften nachlesen kann, als auch für den kaum in der öffentlichen Berichterstattung auftretenden Niederadel. Dennoch möchte ich hier ein altes niederes Adelsgeschlecht genauer vorstellen: die von Wal(d)(t)hausen

Der Stammbaum derer von Wal(d)(t)hausen und ihrer bürgerlichen Abkömmlinge läßt sich gesichert (dank zahlreicher Urkunden und Kirchenbucheintragungen) bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Übersichtlichkeit wegen verfolge ich nur einen bestimmten Zweig (nebst Ergänzungen), der mit dem Oberförster Conrad von Waldthausen im Jahre 2008 endet.

Henning Weldihusen oder Weldinghausen (genannt 1496-1512)
Kord Weldihusen
Tönnies Weldihusen aus Welliehausen
Jobst (von) Waldthausen * 1507, + 1592 in Hannover - Kanzler (1556/1570 bis 1918 mehrfache Erhebung in den Reichsadel); Besitz: Gross Munzel und Liethe bei Hannover
Kord Weldihausen (lebte noch zu Afferde 1595/96), + nach 1596
Jobst Walthausen + 1626 (genannt seit 1594)
Jobst Walthausen * 1625, + 1688
Justus Walthausen * 1.2.1655 in Hameln - Gemeindevorsteher und Apotheker in Essen; seit mindestens 1679 in Essen
Johann Wilhelm Walthausen * 14.6.1707 in Essen (aus 2. Ehe) - Senator
Johann Wilhelm Walthausen + 12.10.1752 in Essen - Kaufmann
Johann Conrad Christian Waldthausen * 15.1.1779 in Essen - Kaufmann
Gustav Ernst Waldthausen + 20.5.1811 in Essen - Kommerzienrat
1) Bruno von Waldthausen * 11.4.1862 in Essen, + 18.6.1926 in Gersfeld - Herr von Gersfeld/Rhön, Regierungsrat a.D., Dr. jur., Korpsstudent; 1903 Erwerb des herrschaftlichen Besitzes (3 Schlösser und umfangreiche Ländereien) in Gersfeld/Rhön
2) Gottfried Wilhelm von Waldthausen + 3.1.1873 in Essen, + 22.2.1946 in Essen-Bredeney - Jurist, Banker, Korpsstudent, Politiker, Aufsichtsratsmitglied
3) Fritz von Waldthausen + 9.5.1887 in Bremen, + 12.12.1957 in Essen - Bankier, Jurist, Aufsichtsratsmitglied
11) Paul von Waldthausen * 25.1.1897 in Essen - Herr von Gersfeld/Rhön
12) Oskar von Waldthausen * 21.5.1898 in Essen - Herr von Gersfeld/Rhön, Regierungsassessor a.D., Dr. jur.
Johann Conrad bzw. Hans-Conrad von Waldthausen + 5.6.1932 in Frankfurt am Main - Herr von Gersfeld/Rhön
Conrad von Waldthausen + ca. 1955 - Oberförster in Kammerforst/Thüringen, Forststudent an der Uni Göttingen

Die (von) Wal(d)(t)hausen haben sich im Laufe von fünf Jahrhunderten innerhalb Deutschlands sehr weit verbreitet. So trugen und tragen diesen Namen ungefähr 2400 Menschen. Besonders häufig sind sie heute noch in Aachen, Bremen, Essen und Gersfeld anzutreffen. Aber bis ins Ausland haben sie es auch geschafft, z.B. Amsterdam, Buinos Aires u.a.  So wie sie sich räumlich gut verteilt haben, so übten und üben sie unterschiedliche Tätigkeiten aus. Neben ihren zahlreichen herrschaftlichen Aufgaben und Befugnissen waren und sind unter ihnen viele Kaufleute, Händler, Fabrikbesitzer, Tuchfabrikanten, Banker und Forstleute zu finden. Zu den rot markierten Familienmitgliedern folgen ein paar interessante Angaben:

A) Einem kaum noch lesbaren Randvermerk in lateinischer Sprache auf einer Urkunde des Stadtarchivs in Bückeburg/Niedersachsen ist zu entnehmen, daß Jobst (von) Walthausen nicht vor Mord zurückschrecke, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Allein dieser Verdacht sagt eine Menge über den Charakter des Genannten aus. Worauf sich dieser Vermerk allerdings konkret bezieht, geht daraus nicht hervor. Es ist anzunehmen, daß er wohl mit seiner Adelserhebung in Zusammenhang steht.

B) Justus Walthausen hat nach Angaben aus einer Beschwerdeschrift an den Essener Magistrat Panschereien im großen Stil betrieben. Zu einer öffentlichen Anklage kam es nicht; die Beschwerdeführer werden auf dem pergamentem Dokument zudem namentlich nicht erwähnt.

C) Bruno von Waldthausen war zu seiner Zeit ein ganz schlimmer Finger. Reaktionär bis unter die Haarspitzen, kaisertreu und kriegslüsternd. So wird er in verschiedenen Magazinen von Zeitgenossen geschildert. Wieviel persönliche Schuld er als kaiserlicher Regierungsrat auf sich geladen hat, läßt sich daher nur erahnen. Auf seinem neuen herrschaftlichen Besitz in Gersfeld, auf wohlwollende kaiserlich-nahestehender Vermittlung hin, führte er ein strenges Regiment, das keine Widerrede duldete.

D) Gottfried Wilhelm von Waldthausen war gleichfalls ein nationaler Korpsstudent gewesen. Als DNVP-Politiker vertrat er eine nationalistische, antisemitische und militaristische Politik im preußischen Landtag. Seine protokollierten Reden vor dem Landtag sind geradezu unerträglich. Mit seiner Agitation verhalf er letztlich nicht nur den Nationalsozialisten zum Erfolg, sondern als Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank AG verdiente er indirekt an der unentgeldlichen Arbeitsleistung der KZ-Insassen mit.

E) Fritz von Waldthausen war zwar kein Politiker, dafür aber ab 1937 Aufsichtsratsmitglied bei der Rheinstahl AG (später zum Thyssen-Konzern gehörig). Er trug mit seinen Zustimmungen persönliche Verantwortung für die deutsche Wiederaufrüstung sowie den Einsatz von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkrieges. Wie Gottfried Wilhelm von Waldthausen profitierte auch er vom Dritten Reich.

F) Johann Conrad bzw. Hans-Conrad von Waldthausen stellt seine adlige Herkunft und die damit verbundenen Grundmerkmale bei jeder Gelegenheit zur Schau, z.B. unter Grußwort: "Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, Gerne habe ich dem Förderverein, dem Sie übrigens auch als Mitglied beitreten können, meine Hilfe in Form einer namhaften Spende zugesagt." (Johann Conrad von Waldthausen) Quelle: http://www.kirche-gersfeld.de/orgelbroschuere/broschuere.htm Der schriftliche Beitrag durch einen Dritten spiegelt die Lebenswirklichkeit vor Ort und das Selbstverständnis des adligen Herrn wider: unter berichte und informationen, Förderverein Evangelische Kirchenmusik: ... "Freude gemacht hat uns auch die großherzige Spende über 5000€, die der Patron, Herr Johann Conrad von Waldthausen, anlässlich seines 75. Geburtstages den 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Albert Stein, überreichte. Der Verein dankt auch an dieser Stelle noch einmal für die Unterstützung. Sie wird auch den 'kleinen Mann' ermutigen mit seinen Spenden immer wieder zu helfen." ... (Friedhelm Kammann) Quelle: http://www.kirche-gersfeld.de/gemeindebrief/gemeindebrief_sommer-07.htm

G) Seinen Sohn Conrad von Waldthausen durfte ich einmal persönlich kennenlernen bzw. erhielt durch Dritte einige Schilderungen. Bei ihm handelt es sich um einen großen, relativ schlanken Mann, der stets herrschaftlich auftritt. Die damalige Begegnung mit ihm war mir sehr unangenehm. Er verströmt nämlich eine äußerst unbehagliche Atmosphäre in seiner Nähe. Er ist sich seines alten Stammbaums bewußt. Genauso bewußt scheint er sich allerdings zu sein, wie seine Vorfahren es soweit bringen konnten. Macht und Reichtum erwirbt und bewahrt man nur durch persönliche Skrupellosigkeit, krimineller Energie und willfährigen Erfüllungsgehilfen und Komplizen, die sich daraus nicht zuletzt eigene Vorteile versprechen. Kriechertum, Devotismus und vorauseilender Gehorsam blühen in diesem Umfeld besonders gut.

Einige von diesen Charakteren durfte ich bei einer Gerichtsverhandlung im thüringischen Bad Langensalza als Zuschauerin kennenlernen, die der Anlaß für meine landjährigen Recherchen im Adelsmilieu und dessen Umfeld sowie letztlich diesem veröffentlichten Beitrag sein sollte. Es war Ende 1998. Ein junger Mann stand vor Gericht, offensichtlich konfrontiert mit dem Vorwurf der Beamtenbeleidigung. Nach seiner eigenen Aussage gehörte er zu den ökologisch bewußten Menschen. Bei der Verhandlung waren ein Richter, dessen Name mir abhanden gekommen ist, der Staatsanwalt Dirk Germerodt, der Angeklagte und ein später hinzukommender (!) Zeuge namens Rainer Fuchs anwesend. Der Tathergang ist schnell erzählt. Der Angeklagte traf eines Vormittags mitten im damals schon ausgewiesenen Hainich-Nationalpark auf den Zeugen, dem zuständigen Revierförster, der in lustiger Runde mit mehreren Frauen und Männern bei Alkoholgenuß ein offenes Feuer unterhielt. Sein Hund lief unangeleint herum. Dies fotografierte der Angeklagte in mehreren Bildern, woraufhin der Zeuge auf ihn zuging und ihm das Fotografieren untersagte. Als dies nicht fruchtete, trat er ganz dicht an den Angeklagten heran und drohte ihm, den Apparat aus der Hand zu schlagen. Zugleich befand sich dessen Hund im Rücken des Angeklagten. Dieser forderte mehrmals den Revierförster auf, den Hund zu entfernen. Die Situation schien zu eskalieren, weil der Zeuge dies zunächst ignorierte. Es dauerte mehrere Minuten bis der Hund endlich im Wagen eingesperrt war. So gab der Angeklagte es bei der ermittelnden Polizei und im Gerichtssaal zu Protokoll. Laut Anklageschrift soll die Beleidigung durch den Angeklagten in diesen erwähnten Minuten erfolgt sein. Dieser bestritt das. Ein alltäglich wiederkehrendes Prozedere. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, dachte ich. Doch stutzig wurde ich während der Zeugenvernehmung. Obwohl es mindestens sechs Zeugen gegeben haben mußte, wurde nur einer angehört: der Revierförster Rainer Fuchs, der zugleich auch der Anzeigende und angeblich Geschädigte war. Die Nachfragen des Angeklagten auf diesen Umstand wurden ignoriert. Seine Fotos ebenfalls. Daß der Zeuge nicht wahrheitsgemäß auf die Fragen des Angeklagten antwortete, war für fast alle Zuhörer offensichtlich. Aus einer zuhörenden Schulklasse vernahm ich ähnliche Meinungen. Zumal es Widersprüche in dessen Aussagen gab oder plötzliche Erinnerungslücken auftraten. Der Staatsanwalt stellte dem Zeugen nicht eine einzige Frage, selbst dann nicht als sich durch die Befragung des Zeugen durch den Angeklagten Unklarheiten und Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen ergaben. Der Richter schüchterte anschließend den Angeklagten dadurch ein, daß er sich reiflich überlegen sollte, den Zeugen vereidigen zu lassen. Was er (dummerweise) unterließ. Resultat: Verurteilung des Angeklagten zu einer Geldstrafe. Der beteiligte Richter war der Sache offensichtlich nicht gewachsen oder vielleicht gar eingeweiht. Er ließ zu, daß sein Gerichtssaal in Bad Langensalza mißbraucht wurde.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Mein Interesse an diesem Fall wurde erst während der Verhandlung geweckt, weil meiner Ansicht nach seitens der Justiz der Wahrheitsfindung auffälligerweise keine Beachtung geschenkt wurde. So verabredete ich mit dem Angeklagten einen Gesprächstermin. Unser Gespräch war sehr aufschlußreich. So erfuhr ich, daß seine Anzeige gegen Rainer Fuchs wegen Nötigung und Bedrohung nur wenige Tage nach Erstattung seitens der Staatsanwaltschaft Mühlhausen niedergeschlagen wurde. Zum Schluß gab er zu, den Mann beleidigt zu haben. Aber aus Not. Weil er sich bedroht gefühlt hatte und hoffte, diesen damit auf Distanz zu bringen. Was im übrigen auch geschah, es aber im Gerichtssaal natürlich unerwähnt ließ. Meine gründlichen Recherchen ergaben, daß der direkte Vorgesetzte von Rainer Fuchs, der Oberförster Conrad von Waldthausen, noch am selben Tag den Angeklagten aufsuchte, aber nur dessen Lebensgefährtin antraf. Diese erzählte mir später vom Versuch des adligen Oberförsters, sie unter Druck zu setzen. Zuerst sollte sie ihrem Freund, dem späteren Angeklagten, von einer Anzeigenerstattung abraten und zweitens sollte sie an ihren eigenen Arbeitsplatz bei der örtlichen Sparkasse denken. Ihrer Meinung nach steckte darin die unverhohlene Drohung, bei der Sparkassen-Geschäftsführung zu ihren Ungunsten zu intervenieren. Sie arbeitete damals als Filialleiterin, im nicht allzu rosigen Osten. Eine Herabstufung oder gar Entlassung wäre daher eine Katastrophe gewesen.

Der auffällig schweigsame Staatsanwalt, Dirk Germerodt, wollte sich mir gegenüber nicht äußern, also machte ich mich auf Spurensuche. So fand ich in der Folgezeit heraus, daß es sich bei ihm um einen karrieregeilen und gewissenlosen Menschen handelt, der bereit ist, Leichen in seinem Keller zu lagern. So ordnete er der Polizei an, im thüringischen Eisenach am hellichten Tage eine Gruppe von Männern aus deren Auto zu zerren. Ohne hinreichenden Tatverdacht! Die Polizei erledigte ihre Arbeit auf altbekannte Weise: brutal. Wie sich später herausstellte, sollte dies eine präventive Maßnahme sein, um ein Verbrechen zu verhindern. Welches, darauf wollte der Staatsanwalt öffentlich nicht antworten. Außerdem waren die Männer längst wieder auf freiem Fuß, nachdem sie im Krankenhaus behandelt werden mußten. Geschadet hat dem Staatsanwalt dieser Einsatz nicht. Außerdem fand ich heraus, daß Dirk Germerodt über mehrere universitäre Ecken Kontakt zu der Adelsfamilie von Waldthausen besaß. Zwar glichen sie damals keinen direkten Abhängigkeiten oder verpflichtenden Gefallensleistungen, aber sie sollten zu seinem Verhalten im beschriebenen Gerichtsprozeß beitragen. Es dauerte nicht lange, da wurde er nämlich zum Sprecher der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft ernannt. Dabei wurde hinter den Kulissen kräftig geschoben. Dreimal dürfen Sie raten, von wo die Intervention kam. Der Sprecher einer Staatsanwaltschaft zu sein, ist gleichbedeutend mit dem Schritt, den ein Freischwimmer macht, wenn er vom Beckenrand direkt auf das 7-Meter-Brett steigt. Ein Katapult für die Karriere. Diese muß geschützt werden. So stellt Dirk Germerodt gerne und schnell Strafverfahren ein, wenn sie seiner eigenen Karriere nicht förderlich sind oder gar ein Risiko darstellen. Ich zögere nicht, ihn als korrupt zu bezeichnen. Zu einem hochpolitischen Kriminalfall in Thüringen, der hochrangige Politiker, Beamte und Manager betraf, in dessen Verlauf sogar ein Landgerichtspräsident ermittelnde Staatsanwälte und am Strafverfahren beteiligte Richter unter Druck setzte sowie Druck aus der Thüringer Staatskanzlei ausgeübt wurde, was zur Einstellung des Verfahrens führte, kommentierte Dirk Germerodt wie folgt: "Eine politische Einflussnahme kann ich mir in diesem Fall aber nicht vorstellen". Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,466672,00.html Auch bei anderen Strafverfahren fällt kein gutes Licht auf seine Person. Es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis Staatsanwalt Dirk Germerodt erneut befördert wird. Vielleicht schon dieses Jahr. Als Dankeschön der Herrschenden und Besitzenden.

Im Laufe meiner Recherchen ereignete sich noch im Januar 1999 ein Zwischenfall, der sich auf den Jagdhund der Lebensgefährtin bezog. Dieser hätte einen Rehbock angefallen und angeblich schwer verletzt. Von Blut oder einer rötlichen Färbung, geschweige denn vom Kadaver war auf dem zum Zeitpunkt des Geschehens bereits dicht verschneiten Boden nichts zu erkennen. Stattdessen wies der Zaun, an dem es passiert sein sollte, erhebliche Baumängel auf. Rainer Fuchs verlangte dennoch eine Entschädigung in Höhe von über 500 DM.  Sie zahlte. Private Nachforschungen bei der Finanzhauptkasse in Berlin und Nürnberg nach dem Verbleib des Geldes wurden in der Form einer Androhung beantwortet, ein Verfahren wegen Amtsanmaßung einzuleiten (Amtsgericht Meiningen/Thüringen). Dabei hat der Nachforschende nie behauptet, er arbeitete für eine Behörde. Nein, im Gegenteil, er gebrauchte sogar den Begriff "private Ermittlungsstelle für Straftaten von Amtsträgern". Diese Androhung erreichte den Nachforschenden übrigens nur auf telefonischem Wege, ausgerichtet durch die Polizei am Wonort. Der Verbleib des Geldes konnte nicht geklärt werden angesichts dieser Einschüchterungsmaßnahme.

Abschließend muß ich festhalten, daß anhand der Dokumentenlage, der zahlreichen mündlichen Auskünfte und des im Rahmen meines persönlich Erlebtem nur ein einziger Schluß zulässig ist. Ich möchte betonen, das hier Geschilderte gibt nur ein Bruchteil der Erkenntnisse wider. Also! Die Justiz in diesem Land ist nicht unabhängig, solange sie von skrupellosen Personen wie Dirk Germerodt vertreten und von Familien wie der von Waldthausen manipuliert wird. Ein weiterer krimineller Handlanger oder Komplize stellt offensichtlich dieser Rainer Fuchs dar. Nur mittels solcher Leute ist ein solches elitäres Machtsystem aufrecht zu erhalten, das am geltenden Recht vorbei, für Urteile sorgt, die in der Masse jede Demokratie und Rechtsstaat wanken lassen (siehe auch Ende der Weimarer Republik). Ein Glück, daß ich nicht in Gersfeld/Rhön lebe. Die Atmosphäre dort ist erschreckend bedrückend. Auf Schritt und Tritt spürt man geradezu die adlige Herrschaftsgewalt.

Vorabankündigung Adelsgeschlechter 2: von Solms

siehe auch Beitrag (05)

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Samstag, 20. dezember 2008

85

Sozialrassismus am internationalen Flughafen der Fraport AG -

Social rascism at the internatonal Airport of Fraport AG -

Le Racisme social sur l'aéroport international de la societé anonyme de Fraport AG


V.i.S.d.P.: EAAK - EuropäischesAntiApartheidKomittee

Insbesonders vor dem Hintergrund der drohenden Privatisierung der Deutschen Bahn AG wenden wir uns heute mit unserem Anliegen an die Öffentlichkeit. Der Termin ist bewußt gewählt angesichts der im Mai 2008 stattfindenden Fraport AG-Hauptversammlung. Wir wollen darüber aufklären, was alles Unseriöse und Ungesetzliche im Zusammenhang mit dem Frankfurter Flughafen und der Fraport AG passiert und zugleich ankündigen, daß wir die Verletzungen gesetzlich garantierter Rechte in der Zukunft nicht mehr hinnehmen werden. Es wird in den nächsten Wochen eine Flut von Strafanträgen geben. Sie betreffen sowohl Straftatbestände aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts als auch aus den Bereichen des Bürger- und Völkerrechts u.a. Falls die eingeschalteten Staatsanwaltschaften unsere Anträge genauso ignorieren wie es einige Frankfurter Staatsanwälte mit Anzeigen direkt Betroffener bislang praktiziert haben, dann werden wir uns notfalls auf Artikel 20, Absatz 4 des Grundgesetzes (Deutsche Verfassung) berufen, der uns erlaubt, wenn anders keine Abhilfe geschieht, das geltende demokratische Recht zu verteidigen. Allerdings erwarten wir, daß nach Aufklärung der breiten Öffentlichkeit, die zuständigen Stellen aus Politik und Justiz die Mißstände und Rechtsbrüche augenblicklich stoppen werden. 

Die Fraport AG ist die Betreibergesellschaft des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens. Des zweitgrößten Flughafens Europas, wohin Passagiere aus allen Teilen der Welt ankommen und Passagiere in alle Richtungen wieder abfliegen. Im Jahr 2007 wurden insgesamt ca. 54 Millionen Menschen gezählt. Abgesehen von den Nachtzeiten herrscht dort also ständig Hochbetrieb, gerade zu allgemeinen Ferien- und Urlaubszeiten. Wie jeder betriebsame Ort, zieht auch dieser eine Menge Menschen an, die abseits vom direkten Flugverkehrsgeschehen auf dem Gelände oder in den einzelnen Gebäuden verweilen. Fast alle eint eine Grundmotivation: auf ehrliche Weise Geld zu verdienen! Manche arbeiten deswegen als BoutiquenverkäuferInnen oder KellnerInnen, andere reinigen die Toiletten und Abfallbehälter, und widerum andere suchen nach verwertbaren Dingen wie z.B. Pfandgut, Zeitungen, Essen und weggeworfenen Kleidungsstücken, Schuhen, Alkoholika etc. Einige, darunter auch Wohnsitzlose, nutzen das Flughafenareal gerade in den kalten Jahreszeiten (nur) als Nachtlager. Leider gibt es - wenn auch nur wenige - Besucher, die sich nicht an die allgemein anerkannten sozialen Regeln halten und stehlen, dealen oder Menschen belästigen, Einrichtungen verschmutzen oder gar beschädigen. Solche Leute sind unserer Ansicht nach konsequent strafrechtlich zu verfolgen.

Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ist ein Kontrollorgan unerläßlich. Dies setzt sich zusammen, unterteilt in die jeweiligen Zuständigkeiten, aus den Beamten der Bundespolizei, der hessischen Landespolizei (19. Polizeirevier) und den Mitarbeitern des flughafeneigenen Sicherheitsdienstes (Security).

Den Beamten der Bundespolizei läßt sich mit ganz wenigen Ausnahmen ein sachkundiges und sozial-kompetentes Verhalten bescheinigen. Sie sind zudem bei Ausweiskontrollen zumeist freundlich und zeigen sich gegenüber Mitgliedern des Prekariats i.d.R. verständnisvoll. Lediglich beim Thema Eigentumsrecht wäre eine Nachschulung angeraten.

Bei den Beamten der hessischen Landespolizei zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild. Offensichtlich sitzen im 19. Polizeirevier, das sich unterhalb des Flughafen-Hallentrakts C befindet, überwiegend Polizeibeamte, die mit den geltenden Rechtsnormen, gerade was Grundrechte, den Datenschutz und das Eigentumsrecht betrifft, nicht allzusehr vertraut sind; von sozialer Kompetenz mal ganz zu schweigen. Unter solchen Beamten finden sich Polizeikommissare (!) wie die Herren Kolden, Fritzges, Balzer, Schmidt u.a. sowie Mitglieder der unteren Dienstränge als MitläuferInnen.

Bei der flughafeneigenen Security (Fraport Security Services GmbH, Frankfurt am Main*) verhält es sich bei der Beurteilung ähnlich wie bei der Bundespolizei. Lediglich ein paar Mitarbeiter fallen durch unangemessenes bis zu strafrechtlich relevantes Verhalten auf. Einer dieser Mitarbeiter heißt z.B. Matthias Sommer. Allerdings steigt seit einigen Wochen die Zahl derer an, die sich Verfehlungen zu schulden kommen lassen. Auch deren Namen sind zwischenzeitlich bekannt.

Die Verstöße betreffen Rechtsgrundlagen aus der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, dem Grundgesetz sowie dem Strafgesetzbuch. So werden Nötigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen, Strafvereitelungen im Amt u.v.a. bislang ungestraft sowohl von Polizisten als auch von Security-Mitarbeitern begangen.

Die erwähnten Verfehlungen und eklatanten Rechtsbrüche, die uns hauptsächlich interessieren, betreffen in erster Linie Menschen, die wenig verdienen und nicht selten wohnsitzlos sind.


Außerdem kommt hinzu, daß die Fraport AG  - ungeachtet der Eigentümerstruktur - auch zunehmend für unsozial bis asozial praktizierte Personalpolitik steht. Dies überrascht in einem Branchenfeld, in dem die wenigen Flughafenbetreiber aus den Industriestaaten über ein Know-How verfügen, das ihnen gegenüber allen anderen Konkurrenten auf lange Sicht einen riesigen Wettbewerbsvorteil garantiert. Nichtsdestotrotz wurden in der Vergangenheit Bereiche des Flughafenbetriebes ausgelagert bzw. in die Hände von Leih- und Zeitarbeitsunternehmen gegeben. So verdient beispielsweise ein Wagenschieber gerade einmal 6,50 € brutto die Stunde. Ebenso gilt bei der Fraport AG ein typisch amerikanisches Hire and Fire. MitarbeiterInnen, die sich während der Probezeit widerspruchslos den firmeninternen Leitlinien anpassen, erhalten eine befristete Festanstellung. Personen, die Zusammenhänge hinterfragen, werden dagegen kurzerhand nach Hause geschickt. Mobbing ist gerade gegenüber den festangestellten und teueren MitarbeiterInnen an der Tagesordnung.

Angeblich seien alle diese Veränderungen notwendig, weil die großen Fluggesellschaften wie z.B. die Deutsche Lufthansa AG die zu hohen Preise für die von der Fraport AG erbrachten Dienstleistungen beklagten und daher Preisnachlässe erwarteten. Andernfalls!? Ein Blick in die Eigentümerstruktur der Fraport AG fördert die Unglaubwürdigkeit dieser Behauptung zu Tage. Warum sollte die Lufthansa AG ihrer eigenen Beteiligung schaden? Außerdem, wo wollte sie hin, wenn die Drohung ernst gemeint wäre? Die Drohung entpuppt sich als ein billiger, aber offenbar erfolgversprechender Versuch, die Rendite der eigenen Aktienbeteiligung zu steigern (Gewinnausschüttung/Dividende 2007: 1,15 €).

Im krassen Gegensatz zur Personalpolitik stehen die unverhältnismäßig hohen Managergehälter. Ein Herr Bender verdient als Vorstandsvorsitzender sage und schreibe 460.000 € (laut vorliegenden Steuerunterlagen). Gleichzusetzen mit dieser krassen Diskrepanz ist auch das Shareholder-Value-Verfahren, nachdem der Vorstand agiert. Die letzte Gewinnausschüttung (Dividende 2007) betrug 1,15 € pro Aktie. Die beteiligten Privatunternehmen verdienen sich "dumm und dämlich" an solchen Ausschüttungen, wohingegen die meisten MitarbeiterInnen mit Hungerlöhnen abgespeist werden.

Neben dem Lohndumping zeichnet sich zudem seit einigen Jahren der Trend ab, daß die Privatwirtschaft, die Vermögendenden sowie alte Stände mittels der exekutiven und judikativen Staatsmacht die Gesellschaft nicht nur ökonomisch unterteilen, d.h. Klassenunterschiede verstärken und durchsetzen wollen. Sondern auch in Gestalt räumlicher Trennungen wie sie im früheren südafrikanischen Apardheidsystem und anderswo in der Welt praktiziert wurden und werden. HartiV-Empfänger, Arme, Gehandicapte, RentnerInnen, PfandgutsammlerInnen und Wohnsitzlose werden ohne Rechtsgrundlage aus dem öffentlich zugänglichen und gleichfalls öffentlichen Raum des Flughafens eskortiert und zwangsweise in S-Bahn-Züge gesetzt oder per Pkw irgendwo ausgesetzt. Mitunter mit Hilfe der herbeigerufenen Polizei. In einem besonders krassen Fall wurde eine Person von drei Security-Mitarbeitern in einem Aufzug brutal zusammengeschlagen. Zu ihrer Beunruhigung sei gesagt: Sie blieben allerdings nicht unerkannt!

Bislang haben Strafanzeigen gegen solche oder ähnlich kriminellen Sicherheitsleute und Polizisten bei der Justiz keinen Erfolg gehabt. Sie sind nach wie vor unbehelligt im Dienst. Mit uns aber nicht! Damit wird bald Schluß sein. Alle (rot markierten) Personen stehen daher im Fokus weiterer Recherchen und werden ggf. dem noch unabhängig-demokratischen Teil der deutschen Justiz zwecks Gerichtsverhandlung übergeben. Sollte es diesen wider Erwarten nicht mehr geben, dann könnten wir uns stattdessen als friedliches Signal durchaus Demonstrationen großen Stils oder eine wochenlang andauernde Blockade des Frankfurter Flughafens vorstellen. Kein Rein, kein Raus in der Hauptferienzeit!


Erläuterungen:

Aktionärsstruktur:

Land Hessen: 31,62%
Stadt Frankfurt: 20,19%
(= 51,81% öffentliche Hand)
Deutsche Lufthansa AG: 9,96%
Julius Bär Holding AG: 5,09%
The Capital Group Companies, Inc.: 4,7%
Artisan Partners Ltd. Partnership: 3,87%
Taube Hodson Stonex Partners Limited: 3,01%
Morgan Stanley: 2,9%
Streubesitz (inklusive Mitarbeiter): 18,66%

Vorstandsmitglieder:

Dr. Wilhelm Bender (Vorstandsvorsitzender)
Dr. Stefan Schulte (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Flug- und Terminalbetrieb, Ausbau)
Dr. Matthias Zieschang (Vorstandsmitglied Controlling und Finanzen)
Herbert Mai (Vorstandsmitglied Arbeitsdirektor)

Bereichsvorstände und Generalbevollmächtigte:

Peter Schmitz (Bereichsvorstand Bodenverkehrsdienste)
Volker Zintel (Generalbevollmächtigter Security Management)
Martin Bien (Generalbevollmächtigter Flug- und Terminalbetrieb, Ausbau)
Karl-Heinz Dietrich (Generalbevollmächtigter Handels- und Vermietungsmanagement)
Martin Schlegel (Generalbevollmächtigter Immobilien- und Facility Management)

* Fraport Security Services GmbH, Frankfurt am Main
Geschäftsführerin: Claudia Uhe
Vorsitzender der Geschäftsführung: Erich Keil

Flughafen-Beteiligungen:
* Lima/Peru 100%
* Delhi/Indien 10%
* Hannover-Langenhagen 30%
* Frankfurt-Hahn 65%

Stand: 09. April 2008 (Quelle: Website Fraport AG)

cc (Auszug)

Fraport AG Frankfurt am Main
Land Hessen, SPD-Fraktionsvorsitzende Frau Andrea Ypsilanti
Stadt Frankfurt am Main, Bürgermeisteramt, OB Dr. h.c. Petra Roth;
http://www.urbanfutureforum.org/Kontakt
Deutsche Lufthansa AG
Julius Bär Holding AG
The Capital Group Companies, Inc.
Artisan Partners Ltd. Partnership
Taube Hodson Stonex Partners Limited
Morgan Stanley
Aufsichtsratsmitglied Fraport AG Jörg Uwe Hahn (FDP),
j.hahn@ltg.hessen.de
Fraport Security Services GmbH, Frau Claudia Uhe
Bundespräsidentenamt, Schloß Bellevue, Berlin, BP Horst Köhler
Bundeskanzleramt Berlin, BKin Frau Dr. Angela Merkel
Polizeipräsident Frankfurt am Main
Eintracht Frankfurt AG, Herr Heribert Bruchhagen
u.v.a.

von ein Zaungast
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Samstag, 10. mai 2008

84

Ein Staat wie die Bundesrepublik Deutschland rühmt sich seit seiner Entstehung im Jahre 1949, auf ein demokratisch legitimiertes Fundament gegründet zu sein. Ob Konrad Adenauer, Hans-Georg Kiesinger, Hans Filbinger, Franz-Josef Strauß, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher oder Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Angela Merkel u.v.a. Sie alle betonten oder betonen dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit oder zu besonderen Anlässen. Dabei müßten sie es besser wissen.

Die Bundesrepublik Deutschland gilt gemeinhin als ein demokratisch gebildeter, organisierter und regierter Staat - von Anfang an. Es gibt die Gewaltenteilung (Legislative, Judikative und Exekutive), Parlamente, freie, geheime, gleiche und ... Wahlen, konkurrierende Parteien und Medien, Meinungsfreiheit und -vielfalt, eine Verfassung in denen die Menschenrechte als Grundrechte verankert sind, der oberste Militärbefehlshaber ist ein Zivilist etc. Als Bürgerin und Bürger könnten alle zufrieden sein. Oberflächlich betrachtet ja. Schaue ich hinter die Kulissen, dann folgt ein klares NEIN.

Zur Entstehung läßt sich folgendes in knappen Worten feststellen. Man mag sich darüber streiten, ob die monatelangen Vorbereitungen zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland demokratisch abliefen oder nicht. Aber an einer Tatsache kommt keiner vorbei. Nämlich an den Biographien der einzelnen Gründungsmitglieder und späteren Funktionsträger des neuen Staates. Viele von denen, die in der neuen Bundesrepublik zu Amt und Würden kamen, haben entweder im Dritten Reich erst Karriere gemacht, beispielsweise der spätere Bundeskanzler Erhardt, oder sie bereiteten den Nationalsozialisten mit ihrer Stimmabgabe am 5. März 1933 zugunsten des "Ermächtigungsgesetzes" erst den Weg zur Terrorherrschaft. Wer heute die Protokolle der damaligen, kurz vor der Reichstagsabstimmung gehaltenen Reden der Fraktionsvorsitzenden vom (katholischen) Zentrum, der Bayerischen Volkspartei (BVP, später CSU) und anderen demokratischen Splitterparteien (mit Ausnahme der SPD) liest, der bekommt das kalte Grausen. Auf der Anwesenheitsliste zur damaligen Reichtstagssitzung befinden sich zudem illustre Namen, die anschließend in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Rolle spielen sollten. Als also die Nationalsozialisten die Macht im Deutschen Reich endgültig übernommen hatten, wurde der Kölner Bürgermeister und Zentrumspolitiker Konrad Adenauer seines Amtes enthoben. Statt sich wie einige andere "kleineren Leute" weiterhin politisch zu betätigen und somit auch das eigene Leben womöglich zu riskieren, zog er sich selbstgefällig auf sein Anwesen zurück und begann Blumen zu züchten (!), während in den folgenden zwölf Jahren Millionen Menschen rings um ihn herum ermordet wurden. Die Disqualifikation schlechthin. Was ist aus ihm geworden? Der erste Bundeskanzler! Erhardt wurde trotz seiner Karriere im Dritten Reich auch Bundeskanzler. Der Zweite! Der Dritte, ein gewisser Kurt-Georg Kiesinger wurde auch Bundeskanzler, obwohl er im Göbbelschen Reichspropagandaministerium Karriere machen durfte. Hans Filbinger stürzte als baden-württembergischer Ministerpräsident erst als bekannt wurde, daß er als Marinerichter im Dritten Reich noch kurz vor der bedingungslosen Kapitulation Matrosen zum Tode verurteilte. Die Urteile wurden zudem auch noch vollstreckt. Diese vier Beispiele stellen lediglich die Spitze des nationalsozialistischen Eisbergs im Fahrwasser der Bundesrepublik Deutschland dar. Ihnen ließ sich eine Unmenge an Namen von Personen hinzufügen, die im Dritten Reich Schuld auf sich geladen hatten und in der Bundesrepublik ihr Leben mehr oder weniger unbehelligt als Parlamentarier, Staatssekretäre, Botschafter, Richter, Staatsanwälte, (Kriminal)Polizisten, Zöllner, Offiziere, Verwaltungsbeamte, Bahnbedienstete, Ärzte, Journalisten, Unternehmensführer, Manager usw. sorgenfrei weiterführen durften. Die Zahl derer umfaßt etliche Millionen. Millionen, die aufgrund ihrer hervorgehobenen gesellschaftlichen oder beruflichen Stellung andere Menschen (nicht selten Untergebene) durch ihr nationalsozialistischen Gedankengut beeinflußen konnten und noch können.

Wer kann angesichts dieser Tatsachen noch ernsthaft daran glauben, daß es sich bei der Bundesrepublik Deutschland um einen demokratisch organisierten und regierten Staat handelt? Ist es nicht vielmehr ein Staat, in dem zwar keine Bücher öffentlich verbrannt werden, aber die Glut dieser natioalsozialistischen Hetzaktion schleichend weiterschwelen konnte und hie und da in der Vergangenheit mal offen ausbrach. Heute stehen wir in Deutschland kurz davor, daß der Brand bald flächendeckend wieder lodert. Recht und Gesetz werden beinahe allerorten von den drei Gewalten mißachtet. Öffentlich zur Schau gestellte Ignoranz und Arroganz trifft unschuldige, verzweifelte, verarmende Menschen, die zum Hohn auch noch Spott und Häme über sich ergehen lassen müssen. Nicht selten werden sie mit Begriffen wie Schmarotzer, Asoziale und Abschaum in ihren Rechten verletzt und gedemütigt. Arbeitgeber verfolgen eine eiskalte Betriebspolitik. Dieser Sozialrassismus und und die Gier erinnern mich augenscheinlich an die Zeit des Dritten Reiches. Von Jahr zu Jahr wird es schlimmer. Daher gebe ich der Bundesrepublik Deutschland maximal noch fünf Jahre, bis auch dem allerletzten Depp klar geworden sein dürfte, auf welchem Weg wir uns seit mindestens neunundfünfzig Jahren befinden. Die nächste Bücherverbrennung steht an. Ganz sicher. Ganz sicher in Deutschland.

von ein Zaungast
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Freitag, 2. mai 2008
81

Weisheit ist die Summe aller Erfahrungen, die sich durch die Division von Dummheiten durch Lernfähigkeit ergibt.
(unbekannt)
 
von ein Zaungast
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Mittwoch, 30. april 2008
80

Wer die Vergangenheit nicht kennt, der versteht die Gegenwart nicht und wird die Zukunft nicht gestalten.
(unbekannt)
von ein Zaungast
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Dienstag, 29. april 2008

79


EuropäischesAntiApartheidKomittee

gegen
Privatisierungswahn
Rassismus
Mißbrauch des Gewaltmonopols
Apartheid
organisierte Kriminalität
Staatsterrorismus
u.v.m.


Wir gehen (notfalls) neue Wege!

z.B. Artikel 20, Absatz 4 Grundgesetz

Demnächst hier!
EAAK

von ein Zaungast
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Montag, 28. april 2008
78

Ein Staat, der seine Fremden nicht beschützt, der wird nicht mehr lange bestehen. (Johann Wolfgang von Goethe)
von ein Zaungast
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Sonntag, 27. april 2008
77

Wenn ein Staat nicht mehr bereit ist alle seine Bürger schützen, dann darf sich die Regierung nicht mehr auf das Gewaltmonopol dieses Staates berufen.
(Markis Kalousitakis)
von ein Zaungast
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Samstag, 26. april 2008

76

Auch eine Kuh beißt zu, wenn sie bedroht wird.

(unbekannt)

von ein Zaungast
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Freitag, 25. april 2008

75

Unter Borussia Mönchengladbach gegen TSG Hoffenheim 4:5 (4:0) veröffentlichte ich kürzlich (Beitrag 52) ein paar Erkenntnisse meines Lebensgefährten. Ich war begeistert von dem, was er damals sagte. Nicht zuletzt auch, weil er mit seinen Prognosen zu 75% richtig lag.

Jetzt ist er für eine Woche unterwegs und als Strohwitwe habe ich mir aus seiner Perspektive heraus allein die beiden Champions-League-Begegnungen FC Liverpool - Chelsea London und FC Barcelona - Manchester City im TV angeschaut.

Der Gegentreffer in der vierten Nachspielminute ist schon ein Witz. Bei einem solch wichtigen Spiel leiste ich mir doch keinen Gegentreffer mehr. Punkt 1. Punkt 2: Dann auch noch als Eigentor. Der Spieler Hyppiä war unbedrängt und köpft (!) den Ball fünf Zentimeter über der Grasnarbe in eigene Tor (?) Ich glaube, das war um ein Vielfaches schwieriger als den Ball einfach per Fuß über das Tribünendach in den Nachthimmel, und zwar bis zum Schlußpfiff, zu jagen. Das hätte ich sogar noch hinbekommen. Ganz ehrlich. Hat mir mein Lebensgefährte am Telefon auch bestätigt. Eine absolute Lachnummer. Für wie blöd halten die Macher die Fans und Zuschauer?

Ich habe keine Ahnung von Fußball. Das gebe ich offen zu und kokettiere nicht einmal mit dieser Erkenntnis. Doch ist es üblich, daß ein Spieler beim Elfmeter anläuft wie eine Primaballerina beim Ballettanzen. Kein Wunder, daß er in Barcelona vorbeigeschossen hat. 3. Spielminute? Was für ein theatralisches Handspiel!

Und noch etwas möchte ich anmerken. Vielleicht ist das noch niemandem aufgefallen, aber wenn die Mannschaften vor den großen Vereinsfahnen und der Champions-League-Flagge nebeneinander Aufstellung bezogen haben, die Musik ertönt, dann denke ich unwillkürlich an die Gladiatorenkämpfe im alten Römischen Reich. Die wurden zur Unterhaltung für Senatoren und römisches Volk abgehalten. Die Kämpfer hatten keine eigene Entscheidungsgewalt, sie mußten sich den Anweisungen fügen. Der Sieger eines Zweikampfes durfte nicht einmal seinen wehrlos oder kampfunfähig gemachten Kontrahenten ohne vorherige Zustimmung töten. Ging der Daumen runter, dann war es um den Verlierer geschehen.

Eine vergleichbare Atmosphäre nahm ich vorgestern abend vor diesem Spiel wahr, erst recht in der dritten Spielminute. Der Ball durfte gar nicht reingehen, sondern nur die Spannung steigern. Genauso verhält es sich mit dem 1:1-Ausgleichstreffer von Liverpools Hyppiä. Spannung und nicht sportlicher Vergleich ist das entscheidende Kriterium. Schade, daß ein solcher Sport systematisch kaputtgemacht wird.

Künstlich erzeugte Spannung benötigt zudem ein Drehbuch. Wer dieses Drehbuch schreibt, das konnte mir mein Lebensgefährte am Telefon auch nicht beantworten.
 

von ein Zaungast
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  • : 7.01.2008
  • : von Beate
  • : Dieser Blog enthält meine freigeistigen Meinungen zu allen gesellschaftlichen und poli-tischen Themenbereichen unserer Zeit.
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